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Studie

Parkplätze haben enormes Energiepotenzial

Solarmodul
© BSW-Solar
von , am
13.10.2017

Eine aktuelle Studie der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) zeigt, dass ein großer Teil des für die Elektromobilität benötigten Stroms durch Photovoltaik auf Parkplätzen erzeugt werden könnte.

Derzeit sind Elektroautos sowohl in Deutschland als auch in Österreich noch in der Minderheit. Falls es - aber wie von der Politik gewünscht - deutlich mehr werden, stellt sich die Frage: Woher soll der Strom für die Elektrofahrzeuge kommen? Die Zahl der Stromtankstellen ist bekanntlich auch noch sehr überschaubar. 

"Potenziale von Parkplätzen bisher zu wenig beachtet"

Die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) hat deshalb eine Studie durchgeführt und herausgefunden, dass „viele Parkplätze ein gewaltiges Potential dafür haben, den Strom gleich dort zu erzeugen, wo er gebraucht wird“.

„Aktuelle Strategien in Österreich zielen bisher auf die Nutzung von Dachflächen und Fassaden für Photovoltaik. Die Potenziale von Parkplätzen wurden bisher zu wenig beachtet“, wird Projektleiter Dr. Boris Salak zitiert, der seine Forschungen an der BOKU begonnen hat und jetzt an der Schweizer Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) weiterführt.

Studie untersucht über 15.000 Großparkplätze auf Photovoltaiktauglichkeit

In der Studie wurden über 15.000 österreichische Großparkplätze im siedlungsnahen Bereich auf ihre Eignung zur Photovoltaiknutzung untersucht. Dabei wurden die Lage der Parkplätze, die Beschattung durch umliegende Gebäude sowie die wetterbedingte tatsächliche Sonneneinstrahlung der vergangenen zehn Jahre in Modellrechnungen berücksichtigt.

Ergänzend dazu wurden die relevanten Unternehmensbranchen in direkter Parkplatz-Umgebung untersucht. „Hier zeigt sich,eine deutliche Relevanz für Unternehmen aus der Handelsbranche. Ihre Standorte finden sich oft in der Nähe zu Großparkplätzen“, so Dr. Salak.

Parkplätze könnten vermutlich 1,4 Millionen Elektroautos betanken

„Selbst wenn man davon ausgeht, dass nur etwa 50 % der Parkplatzflächen tatsächlich mit Photovoltaikpaneelen überdacht werden können, so ergibt sich daraus ein solares Erwartungspotenzial von 4,2 Terawattstunden pro Jahr“, erklärt Projektmitarbeiter Christoph Graf vom BOKU-Institut für Landschaftsentwicklung.

Diese Menge entspreche dem Strombedarf von ca. 1,4 Millionen Elektroautos mit einer durchschnittlichen Fahrleistung von 15.000 km pro Jahr. Wenn sich die Gesamteffizienz der Solartechnologie in den kommenden Jahren weiter verbessere, könnte dieser Wert noch deutlich steigen.

Stromerzeugung und Beschattung in Einem

BOKU-Professor Andreas Muhar fordert daher, dass die Energiestrategien vermehrt die vorhandene Flächenreserve von Parkplätzen berücksichtigen sollen: „Durch die Installation von Photovoltaik auf Parkplätzen wird die Nutzbarkeit sehr wenig beeinträchtigt - im Gegenteil, die Autofahrer freuen sich über die Beschattung.“

Damit würden außerdem keine zusätzlichen Flächen verbraucht und die Energie werde genau dort erzeugt, wo sie auch gebraucht werde, wenn man davon ausgeht, dass Elektroautos während der Parkzeit problemlos laden könnten.

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