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Landessortenversuche mit Silomais in Ostdeutschland

Diese Biogas-Maissorten haben sich 2016 in Ostdeutschland bewährt

© Philipp Pohlmann/pixelio.de
von , am
05.01.2017

Für die Biogasproduktion haben sich die frühen bis mittelspäten ertragsbetonten Silomaissorten bei den Landessortenversuchen 2016 in den fünf ostdeutschen Bundesländern am besten bewährt. Welche Sorten die besten Erträge lieferten, erfahren Sie hier:

"Für die Gärsubstraterzeugung zur Biogasproduktion sind grundsätzlich die im Ergebnis der Landessortenversuche (LSV) empfohlenen, ertragsbetonten Sorten der frühen (ab ca. S 210), mittelfrühen und mittelspäten Reifegruppe geeignet", berichten Dr. Walter Peyker (Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft) und Dr. Gert Barthelmes (Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung Brandenburg). Sie haben im Auftrag der ostdeutschen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Ergebnisse der Landessortenversuche mit Silomais in den dortigen Anbaugebieten von 2014 bis 2016 zusammengefasst.

"In den Versuchen wurde nachgewiesen, dass diese Sorten unter den gegebenen Standortbedingungen einen Mindesttrockensubstanzgehalt in der Gesamtpflanze von 28 - 30 % zu einem in den betrieblichen Ablauf passenden Termin sicher erreichen können. Später reifende Sorten verfügen unter Umständen zwar über ein höheres Ertragspotenzial, können dies aber nur bei entsprechender Abreife realisieren". Neben einer ausreichend zügigen Jugendentwicklung und rechtzeitiger Blüte müsse der Standort zur Erzielung höherer Erträge daher auch entsprechende Wärme- und Wasseransprüche befriedigen.

Frühe Silomais-Sorten

Mindestens dreijährig im Landessortenversuch geprüfte Sorten (mit * gekennzeichnete Sorten sind nicht in Deutschland zugelassen):

Cathy* (S 210) nur auf Diluviale Standorte Süd (D-Süd) mehrjährig geprüft, brachte um die Bezugsbasis schwankende Masseerträge bei niedrigeren Stärkegehalten und mittlerer Verdaulichkeit. Sie ist mittellang und standfest.

Farmflink (S 220) ist langwüchsig und erzielte mehrheitlich überdurchschnittliche Erträge sowie Trockensubstanz- und Stärkegehalte auf Bezugsniveau. Die Verdaulichkeitsparameter waren ungünstiger.

LG 30215 (S 220) reift später und zeigte in den LSV der V-Standorte durchschnittliche Masseerträge. Die Qualitätswerte lagen im Bereich der Bezugsbasis. Die langen Pflanzen zeigten sich gesund.

LG 30223 (S 220) gehört zu den restpflanzenbetonten Sorten, die bei geringeren Stärkegehalten eine hohe Gesamtpflanzenverdaulichkeit erzielen. Die Masseerträge erreichten Bezugsniveau. Sie ist kompakt und gesund.

Rianni CS (S 220) wies mittlere bis überdurchschnittliche Erträge mit tendenziellen Vorteilen auf den Löss-Standorten nach. Die Qualitätswerte lagen im Bereich der Bezugsbasis. Die Sorte erreichte durchschnittliche Bestandshöhen und zeigte eine gute Pflanzengesundheit.

SY Amboss (S 220) erzielte als langwüchsige Sorte auf Löss hohe Masseerträge, verbunden mit mittlerer Verdaulichkeit und etwas geringeren Stärkegehalten. Sie ist standfest.

SY Werena (S 210) überzeugte auf den D- und den Löss-Standorten durch hohe Energie- und Stärkeerträge, die aus einem guten Masseertrag und überdurchschnittlichen Stärkegehalten resultieren. Auf den Verwitterungsstandorten waren die Ergebnisse für die langwüchsige Sorte ungünstiger. Die Sorte dankt bessere Standorte und eine rechtzeitige Ernte.

Zoey (S 210) erreichte im Ertrag die Bezugsbasis, während diese im Stärkegehalt und in der Verdaulichkeit übertroffen wurde. Die kompakten Pflanzen besitzen eine geringe Lager- und eine etwas höhere Bestockungsneigung.

 

Die zweijährig geprüften Sorten werden wie folgt eingeschätzt:

DKC 3333* (S 200) erreichte in den LSV der Verwitterungsstandorte mittlere Erträge und Trockensubstanzgehalte. Die Qualitätswerte blieben dagegen mehrheitlich unter der Bezugsbasis.

LG 30248 (S 220) brachte auf den D- und Löss-Standorten mittlere bis bessere Masseerträge. Bei unterdurchschnittlichen Stärkegehalten lagen die Verdaulichkeitsparameter auf Bezugsniveau. Die mittellangen Pflanzen besitzen eine gute Pflanzengesundheit.

Mallory* (S 220) überzeugte auf allen Standorten mit hohen Masseerträgen und mittleren Verdaulichkeitsparametern. Im Stärkegehalt offenbarte die Sorte allerdings geringeres Niveau. Die langwüchsigen Pflanzen zeigten sich standfest.

Osterbi CS* (S 210) reifte in den LSV der Verwitterungsstandorte früher. Während Masseertrag und enzymlösliche organische Substanz mittleres Niveau erreichten, waren die Stärkegehalte unterdurchschnittlich. Die mittellange Sorte hat eine gute Standfestigkeit.

Stacey (S 220) zeigte vor allem auf den D-Standorten hohe Energie- und Stärkeerträge. Bei mittleren Stärkegehalten lagen die Werte für die enzymlösliche organische Substanz über Bezugsniveau.

SY Feeditop* (S 220) erwies sich auf allen Standorten als im Hinblick auf Stärkegehalt und Verdaulichkeit qualitätsbetonte Sorte. Die Erträge erreichten mittleres Niveau. Die Sorte besitzt eine gute Pflanzengesundheit.

SY Talisman (S 220) brachte auf allen Standorten besonders im Jahr 2015 hohe Energie- und Stärkeerträge bei mittleren bis besseren Qualitätswerten. Sie ist etwas langwüchsiger und hat eine gute Standfestigkeit.

 

Auf folgende Sorten wird aufgrund guter Ergebnisse in den Landessortenversuchen der Vorjahre weiterhin hingewiesen:

Colisee (S 220) überzeugte durch gute Trockenmasse- und Energieerträge bei mittleren Trockensubstanzgehalten. Die langwüchsigen Pflanzen zeigten sich standfest. Örtlich wurde eine gewisse Bestockungsneigung registriert.

Laurinio (ca. S 220) wies gute bis mittlere Energie- und Stärkeerträge nach, die vorrangig aus hohen Masseerträgen bei mittlerem Qualitätsniveau resultierten. Die sehr langwüchsige Sorte besitzt eine gute Gesundheit.

LG 30222 (S 210) konnte durchschnittliche Erträge mit günstigen Stärkegehalten und Verdaulichkeiten bei verzögerter Reife erzielen. Die kompakte Sorte erwies sich als standfest.

Messago* (S 220) brachte günstige Qualitätswerte, welche vor allem auf den Diluvial- und den V-Standorten ausgeprägt waren. Die Erträge bewegten sich bei verzögerter Abreife auf zumeist mittlerem Niveau.

Nitro (S 220) ist eine qualitätsbetonte, kurzwüchsigere Sorte, die hohe Stärkegehalte und Verdaulichkeiten mit mittleren Erträgen kombiniert. Sie besitzt eine gewisse Bestockungsneigung.

P 7500 (S 210) wies vor allem überdurchschnittlich hohe Stärkegehalte nach. Die Erträge blieben zumeist unterhalb der Bezugsbasis. Die langwüchsigen Pflanzen sind standfest und nicht bestockend.

Schobbi CS (S 200) erzielte auf den Lö- und V-Standorten ansprechende Gehalte an Stärke und enzymlöslicher organischer Substanz. Die kurzwüchsigeren Pflanzen weisen eine gute Pflanzengesundheit auf.

Sunshinos (S 210) ist kurzwüchsiger, hat eine zügige Jugendentwicklung und neigt zur Bestockung. Die Erträge bewegten sich auf dem Niveau der Bezugsbasis. Dank günstiger Qualitätswerte lagen Energie- und Stärkeertrag darüber.

Mittelfrühe Silomais-Sorten

Mindestens dreijährig wurden folgende Sorten in den Landessortenversuchen geprüft:

DKC 3341 (S 250) gehört zu den später reifenden Sorten des mittelfrühen Sortiments und erzielte Erträge sowie Stärkegehalte im Bereich der Bezugsbasis. Die langwüchsigeren Pflanzen haben eine gute Standfestigkeit und bestocken nicht.

ES Metronom (S 240) überzeugte mit stabil hohen Masseerträgen. Die Qualitätswerte lagen unter Bezugsniveau. Die langwüchsige Sorte ist standfest und nicht bestockend.

Farmplus (S 240) wies Erträge auf Bezugsniveau bei leicht erhöhten Trockensubstanzgehalten nach. Im Stärkegehalt zeigte die Sorte in zwei von drei Jahren Vorteile auf den D-Süd-Standorten. Die langwüchsigeren Pflanzen besitzen eine mittlere Lager- und geringe Bestockungsneigung.

Grosso (S 250) erreichte bei zögernder Reife vorwiegend überdurchschnittliche Trockenmasse-, Energie- und Stärkeerträge. Die langwüchsige Sorte wies eine gute Pflanzengesundheit nach.

LG 30252 (S 250) zeigte sich als massebetonte Sorte mit eher knapperen Qualitätswerten. Bei mittlerer Reife erwiesen sich die langwüchsigen Pflanzen als standfest.

P 7843 (S 230) ist qualitätsbetont und brachte stabil sehr hohe Stärkegehalte sowie günstige Verdaulichkeitswerte. Die Trockenmasseerträge blieben dagegen unter dem Bezugsmittel. Bei guter Standfestigkeit bestockt die Sorte etwas.

P 8372 (S 240) erzielte mittlere bis hohe Trockenmasseerträge bei ungünstigeren Qualitätswerten. Die langwüchsige Sorte hat eine ausreichende Standfestigkeit.

Simpatico KWS (S 250) erbrachte stabil hohe Masseerträge bei verzögerter Reife. Die Qualitätswerte blieben deutlich unter dem Bezugsniveau. Sie ist langwüchsig, dankt eine gute Wasserversorgung und hat eine mittlere Lager- sowie geringe Bestockungsneigung.

SY Kardona (S 250) erzielte hohe Energie- und Stärkeerträge, die aus hohen Masseerträgen und mittleren bis besseren Qualitätswerten resultieren. Die langwüchsige Sorte besitzt eine ausreichende Standfestigkeit und eine geringe Bestockungsneigung.

Torres (S 250) überzeugte langjährig auf Löss mit überdurchschnittlichen Stärke- und Energieerträgen bei ansprechender Futterqualität. Auf den D- Standorten blieben die Erträge bei stabil günstigem Stärkegehalt hinter neueren Sorten zurück. Die mittellangen Pflanzen wiesen eine gute Gesundheit auf.

 

Die zweijährig geprüften mittelfrühen Sorten sind wie folgt einzuschätzen:

Agro Polis (S 240) erwies sich als früher reifend mit ansprechenden Stärkegehalten. Die Masseerträge lagen auf Löss-Standorten im Bereich der Bezugsbasis, auf D-Süd darunter. Die langwüchsigeren Pflanzen besitzen eine mittlere Lager- und geringe Bestockungsneigung.

Corfinio KWS(S 240) erreichte bei früherer Reife günstige Qualitätswerte, verbunden mit mittleren bis besseren Masseerträgen. Die etwas langwüchsigere Sorte zeigte eine gute Pflanzengesundheit.

Farmfire (S 230) brachte auf den D-Süd-Standorten mittlere Masseerträge verbunden mit guten Stärkegehalten. Dabei waren die Leistungen 2015 im Vergleich zu 2016 günstiger zu beurteilen. Die kompakteren Pflanzen haben eine ausreichende Standfestigkeit und neigen zur Bestockung.

Frederico KWS (S 240), ebenfalls nur auf D-Süd in den LSV, reift früh und überzeugte durch hohe Stärkegehalte und -erträge. Die Masse- und Energieerträge lagen auf Bezugsniveau.

P 8201 (S 240) brachte Trockenmasse- und Energieerträge auf Bezugsniveau. Die Qualitätswerte erreichten je nach Reife mittlere bis bessere Werte. Die langen Pflanzen sind standfest und gesund.

Surterra (S 250) gehört zu den später reifenden mittelfrühen Sorten und erzielte mittlere bis überdurchschnittliche Erträge. Die Qualitätsparameter zeigten jahresabhängig besonders auf den Löss-Standorten größere Schwankungen.

SY Gibuti (S 240) erzielte in den LSV der D-Süd-Standorte hohe Trockenmasse- und Energieerträge. Bei Verdaulichkeitswerten im Bereich der Bezugsbasis lagen die Stärkegehalte mehrheitlich darunter.

SY Welas (S 230) überzeugte durch hohe Masseerträge. Auf den D-Standorten waren auch die Stärkegehalte ansprechend. Die kurzwüchsigere Sorte zeigte sich standfest.

Vitally* (S 250) ist eine kompakte Sorte und brachte auf Löss stabil hohe Gehalte an Stärke und enzymlöslicher organischer Substanz. Die Masseerträge blieben dabei unterdurchschnittlich. Auf den D-Süd-Standorten lagen die Leistungen im mittleren Bereich.

Volumixx* (S 250) erreichte in beiden Prüfjahren hohe Masseerträge. Bei geringeren Stärkegehalten lagen die Verdaulichkeitswerte im Bereich der Bezugsbasis. Die längeren Pflanzen besitzen eine gute Pflanzengesundheit.

 

Abgeleitet aus den LSV-Ergebnissen der Vorjahre erwiesen sich folgende Sorten weiterhin als vorteilhaft:

Carolinio KWS (S 230) brachte vor allem auf D-Süd günstige Stärkegehalte bei mittlerem Ertrag. Auf Löss waren vor allem die Trockenmasseerträge niedriger. Die langwüchsigere Sorte ist standfest und bestockt nicht.

DS 0471 B/Sudor (S 250) gehört zu den später reifenden Sorten und brachte auf den D-Süd-Standorten stabil hohe Trockenmasseerträge. Gute Standfestigkeit bei geringer Bestockungsneigung kennzeichnen die langwüchsigere Sorte.

Farmanager (S 230) erzielte auf den D-Süd-Standorten hohe Erträge mit knapperen Qualitätswerten. Die mittellangen Pflanzen neigen zur Bestockung.

Farmtastic (S 230) überzeugte auf Löss durch stabil hohe Stärkegehalte bei einer mittleren Gesamtpflanzenverdaulichkeit. Die Erträge waren niedriger. Die Sorte ist mittellang und besitzt eine ausreichende Standfestigkeit.

LG 30224 (S 230) besitzt Vorteile in der Verdaulichkeit. Die Trockenmasseerträge blieben dagegen mehrheitlich unterhalb der Bezugsbasis. Die kompakte Sorte ist standfest, neigt jedoch zur Bestockung.

LG 30251 (S 250) lieferte stabil mittlere bis überdurchschnittliche Trockenmasseerträge verbunden mit günstiger Verdaulichkeit. Die Stärkegehalte lagen im Bereich der Bezugsbasis. Die kompakten Pflanzen zeichnen sich durch eine gute Gesundheit aus.

P 8025 (S 240) wartete mit mehrheitlich überdurchschnittlichen Trockenmasse-, Energie- und Stärkeerträgen auf. Gleiches gilt für die Gehalte an Stärke und enzymlöslicher organischer Substanz. Die kurzwüchsigere Sorte hat eine geringe Lagerneigung.

Mittelspäte Silomais-Sorten

Der Anbau mittelspäter Sorten kommt als ergänzendes Segment nur für die wärmeren Lagen mit günstigen Abreifebedingungen in Frage. Dabei nimmt das Ertrags- und Qualitätsrisiko mit standortabhängig geringer werdender Wasserverfügbarkeit zu.

Die mindestens dreijährig geprüften Sorten werden wie folgt eingeschätzt:

DS 0527 C / Sudrix (S 270) überzeugte als später reifende Sorte mit hohen Masse-, Energie- und Stärkeerträgen. Die langen Pflanzen besitzen eine ausreichende Standfestigkeit.

ES Peppone (S 280) wies durchschnittliche Masseerträge und Verdaulichkeitswerte bei niedrigeren Stärkegehalten nach. Die mittellange Sorte hat eine geringe Lager- und Bestockungsneigung.

P 9027 (S 260) ist eine kompakte Sorte mit guten Stärkegehalten. Die Trockenmasseerträge erreichten allerdings nicht das Bezugsmittel. Sie besitzt eine geringe Lager- und Bestockungsneigung, neigt jedoch unter ungünstigen Bedingungen zu einem höheren Befall mit Maisbeulenbrand.

Perinio KWS (S 260) reift entsprechend der Einstufung früher. In allen Leistungsmerkmalen erzielte die Sorte im mehrjährigen Mittel durchschnittliches Niveau. Die Standfestigkeit ist ausreichend.

Pomeri CS (ca. S 260) brachte auch in Jahren mit knapperer Wasserversorgung mittlere bis bessere Masse-, Energie- und Stärkeerträge. Die mittellangen Pflanzen sind standfest und können etwas bestocken.

SY Altitude (S 260) überzeugte mit ansprechenden Energie- und Stärkeerträgen, die aus mittlerem Masseertrag und sehr günstiger Qualität resultieren. Die Sorte hat eine gute Pflanzengesundheit.

SY Campona (S 270) konnte hohe Masseerträge erreichen. Die Stärkegehalte schwankten zwischen den Jahren stärker, wobei die Verdaulichkeit stabil günstig war. Die etwas längerwüchsigen Pflanzen zeigten eine mittlere Lager- und geringe Bestockungsneigung.

 

Zweijährige Ergebnisse liegen von folgenden Sorten vor:

Corioli CS* (S 280) gehört zu den später reifenden, massewüchsigen Sorten. Die Qualitätswerte lagen mehrheitlich unter Verrechnungsbezug. Die langwüchsige Sorte erwies sich als standfest und gering bestockend.

Farmgigant* (S 260) überzeugte mit hohen Stärkegehalten und -erträgen bei mittleren Energieerträgen. Die Sorte von durchschnittlicher Wuchshöhe ist standfest und neigt zur Bestockung.

Kantorus (S 260) reift entsprechend der Einstufung früher. Bei mittleren Stärkegehalten erreichten die Masseerträge nicht die Bezugsbasis. Die mittellangen Pflanzen besitzen eine ausreichende Standfestigkeit und bestocken nicht.

Katari CS (S 270) brachte stabil günstige Stärkeerträge, die aus sehr hohen Stärkegehalten resultieren. Die Sorte hat eine gute Pflanzengesundheit.

Kilomeris (S 260) gehört zu den massewüchsigen Sorten. Die sehr langen Pflanzen haben eine geringe Lager- und Bestockungsneigung.

MAS 26T (S 280) reift später und überzeugte mit stabil hohen Masseerträgen. Die Qualitätswerte blieben dabei unterdurchschnittlich. Die mittellange Sorte ist standfest und gesund.

Norico (S 270) erwies sich als stärkebetonte Sorte. Die Stärkeerträge resultieren aus mittlerem Masseertrag und hohen Stärkegehalten. Die längerwüchsigen Pflanzen besitzen eine geringe Lager- und Bestockungsneigung.

Walterinio KWS (S 270) brachte mittlere Erträge und Qualitätswerte. Bei der sehr langwüchsigen Sorte kann Sommerlager auftreten.

 

In vor dem aktuellen Prüfzeitraum durchgeführten LSV fielen folgende Sorten positiv auf:

Cascadinio (S 270) reift früher und erreichte hohe Energie- und Stärkeerträge, die sowohl aus den Masseerträgen als auch den Qualitätsparametern resultieren. Die etwas langwüchsigeren Pflanzen verfügen über eine ausreichende Standfestigkeit.

Danubio (S 270) zeigte recht gute Qualitätsleistungen. Die Masseerträge erreichten in Jahren mit knapper Wasserversorgung ein relativ günstigeres Niveau. Die langwüchsige Sorte besitzt eine geringe Lager- und Bestockungsneigung.

ES Yeti (S 280) reift spät und überzeugte mit durchgängig hohen Masseerträgen. Bei niedrigeren Stärkegehalten wurden Verdaulichkeitswerte im Bereich der Bezugsbasis registriert. Die langen Pflanzen sind standfest und bestocken etwas.

Indexx* (S 270) wies stabil hohe Energie- und Stärkeerträge nach, welche sowohl aus hohen Masseerträgen als auch aus hohen Stärkegehalten hervorgingen. Die längerwüchsige Sorte ist ausreichend standfest und hat eine gewisse Bestockungsneigung.

LG 30306* (S 280) erzielte überdurchschnittliche Masseerträge bei mehrheitlich knapperem Stärkegehalt. Die langen Pflanzen besitzen eine geringe Lager- und Bestockungsneigung.

P 8213 (S 260) gehört zu den früher reifenden Sorten des mittelspäten Sortiments und erzielte mittlere Ertrags- sowie überdurchschnittliche Qualitätswerte. Bei guter Standfestigkeit neigt die langwüchsige Sorte zur Bestockung.

Pauleen (S 280) überzeugte durch stabil sehr hohe Masseerträge, die mit mittlerer Futterqualität verbunden waren. Die langen Pflanzen sind standfest und nicht bestockend.

Unterschiedliche Niederschläge - unterschiedliche Erträge

Die Jahreswitterung führte bei Silomais zu kleinräumig extrem unterschiedlichen Erträgen, verursacht durch die sehr differenzierten Niederschläge. Die Autoren berichten: "Der Silomais reifte sehr zügig, so dass bereits zu Beginn des Monats September mit der Ernte begonnen werden musste. Auf sehr leichten Diluvialböden war dies auch schon ab Ende August der Fall. Dabei resultierten die Trockensubstanzgehalte in Abhängigkeit von der Kolbenausbildung häufig aus der rasanten Restpflanzenabreife. Auf den D-Süd-Standorten kam es örtlich auch zu kolbenlosen Beständen, wovon besonders Zweitfruchtmais betroffen war".

Zunehmend Probleme bereitet der Maiszünsler auch in Gebieten, in denen er bisher nicht stark vertreten war. Bei eher geringeren Masseverlusten kann ein stärkerer Kolbenbefall jahresabhängig höhere Mykotoxingehalte im Silomais verursachen. Neben der Insektizidspritzung kann die Ausbringung von Trichogrammakapseln mittels Multikoptertechnik möglicherweise zukünftig zur Reduzierung des Zünslerbefalls beitragen.

    Ausführliche Tabellen zu den Landessortenversuchen in den fünf ostdeutschen Anbaugebieten:

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