Ausbau der Elektromobilität Ba-Wü will alle zehn Kilometer eine Strom-Tankstelle schaffen

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Baden-Württemberg nimmt Geld in die Hand, um die heimische Elektromobilität zu fördern. Unter anderem soll im Umkreis von jeweils 10 Kilometer eine Strom-Tankstelle entstehen.

Die baden-württembergische Landesregierung will die Elektromobilität vor Ort stärker fördern. Das Kabinett beschloss am 20. Juni 2017 die "Landesinitiative Elektromobilität III - Marktwachstum Elektromobilität BW". Das Ziel dieser Initiative sei es, dass Baden-Württemberg innerhalb Deutschlands zum Zentrum der Entwicklung und Produktion sowie zum Leitmarkt im Bereich der E-Mobilität werde, meldet das Clusterportal Baden-Württemberg.

Insgesamt 43,5 Millionen Euro will die Landesregierung bereitstellen. Davon bekommt das Verkehrsministerium 25 Millionen Euro, das Wirtschaftsministerium 15 Millionen Euro und das Wissenschaftsministerium 3,5 Millionen Euro. 8 Millionen Euro sollen noch in diesem Jahr investiert werden.

Das Verkehrsministerium will unter anderem eine flächendeckende öffentlich-zugängliche Stromladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge schaffen. Genauer gesagt sollen landesweit 2.000 Ladesäulen entstehen, damit es künftig alle zehn Kilometern eine Lademöglichkeit gebe.

Kretschmann: Automobilbranche befindet sich in tiefgreifendem Veränderungsprozess

"Der Mobilitätssektor und insbesondere die Automobilbranche befinden sich in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess mit weitreichenden Folgen für die gesamte Wirtschaft des Landes und für viele zehntausend Arbeitsplätze. Wir haben daher mit der Automobilwirtschaft den Schulterschluss gesucht und begleiten diesen Transformationsprozess mit dem Ziel, dass Baden-Württemberg als technologische Innovationsregion bei der Entwicklung klima- und umweltverträglicher Antriebsformen an der Spitze steht", wird Ministerpräsident Winfried Kretschmann zitiert.

Auch Flotten von Pflege- und Sozialdiensten sollen gefördert werden

Neben dem Aufbau einer flächendeckenden öffentlich-zugänglichen Stromladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge hat das Verkehrsministerium noch weitere Pläne. "Zudem werden ausgewählte Fahrzeugflotten und innovative Vorhaben der E-Mobilität gefördert", sagte Verkehrsminister Winfried Hermann. Die Förderung von Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenbussen sowie von Elektro-, Plug-In-Hybrid- und Brennstoffzellen-Taxis werde fortgesetzt. Auch Carsharing- und Fahrschulfahrzeuge sollen gefördert werden. "Gemeinnützige Institutionen, insbesondere Pflege- und Sozialdienste, unterhalten bedeutende Fahrzeugflotten und sollen ebenfalls eine Förderung erhalten", betonte der Verkehrsminister. "In Umweltzonen ist es besonders wichtig, konventionelle Fahrzeuge durch saubere Antriebe zu ersetzen. Das schließt insbesondere die Citylogistik, Kurier-Express-Paket-Dienste, Lieferdienste und die Einzelhandelslogistik ein."

Mit dem Mittelstand neue E-Mobilitätslösungen finden

Die Aktivitäten des Wirtschaftsministeriums innerhalb der Landesinitiative konzentrieren sich auf eine "Mittelstandsoffensive Mobilität", den Ausbau wirtschaftsnaher Forschungsinfrastruktur im Bereich Elektromobilität sowie die Finanzierung von Pilotvorhaben zur elektromobilen Logistik. Unter anderem soll der Einsatz von elektrisch betriebenen Fahrzeugen für die Logistik in Klein- und Mittelstädten unterstützt werden.