Vermarktung von Biogas Biogasaufbereitungsanlage als Alternative zum BHKW

Biogasaufbereitungsanlage für Biomethan-Erzeugung © Mailtosap/CC-BY-SA-4.0 Bild vergrößern
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Biogasaufbereitungsanlagen (BGGA) können für Betreiber von Biogasanlagen eine interessante Alternative zum Blockheizkraftwerk darstellen.

Die Belieferung von Blockheizkraftwerken (BHKW) mit Biogas ist für manche Anlagenbetreiber nicht immer wirtschaftlich. Auch der drohende Wegfall der EEG-Vergütung nach 20 Jahren Betrieb oder fehlende Wärmekonzepte erschweren das Geschäft. Für manche Betreiber von Biogasanlagen kann da eine Biogasaufbereitungsanlagen (BGAA) eine interessante Alternative darstellen, denn sie bietet mehr Flexibilität.

Biogasaufbereitungsanlagen: überregionale Vermarktung ohne EEG

"Wer sich unabhängig von Wärmeabnehmern vor Ort und den Laufzeiten der EEG-Vergütung am eigenen Standort machen will, muss bundesweit agieren können. Eine BGAA ermöglicht die Vermarktung des erzeugten Biomethans über die eigene Region hinaus und auch außerhalb des EEG", berichtet das Energieberatungsunternehmen Arcanum Energy aus Unna (Nordrhein-Westfalen).

Vollauslastung das ganze Jahr über

Wärmegeführte BHKW hätten in der Regel eine geringere Auslastung in den Sommermonaten und damit auch eine reduzierte Gaserzeugung. Eine BGAA hingegen könne durch die Vermarktungs- und Bilanzierungsregeln für Biomethan das ganze Jahr über voll ausgelastet sein. Dann könne die Auslastung der Biogasanlage sogar verbessert werden.

Ob bei einem Wegfall des BHKW-Betriebes vor Ort ein alternatives Wärmekonzept für die Prozesswärmebereitstellung der Rohbiogasproduktion entwickelt werden müsse oder eine Erweiterung der Biogasanlage sinnvoll sei, müsse im Einzelfall geklärt werden. Im besten Fall könnten zusätzlich erzeugte Mengen Rohbiogas ohne einen hohen, zusätzlichen Investitionsaufwand an eine BGAA geliefert werden oder der Ausbau gehe mit der ohnehin fälligen Vergrößerung der Lagerkapazität einher.

Voraussetzungen für die Wirtschaftlichkeit

"Die Investition in eine BGAA lohnt sich, wenn die Standortvoraussetzungen erfüllt sind: Eine Gasnetzanschlussmöglichkeit sollte ca. einen Kilometer entfernt sein und die Anlagenkapazität der Biogasanlage mindestens 500 kWel betragen", schreibt Arcanum Energy weiter. Sei die Anlagentechnik bereits teilweise abgeschrieben, entstünden weitere Kostenvorteile. Häufig sei auch eine bevorstehende Reinvestition in das BHKW der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel zur BGAA, da hier in jedem Falle Geld in die Hand genommen werden müsse.

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