Solarfassade Fassade erzeugt Strom

Solarmodule an einer Hausfassade © Werkbild Bild vergrößern
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Ein EU-gefördertes Projekt, für das am Bürogebäude eines litauischen Glasherstellers Glassbel als „zweite Haut“ eine Glasfassade mit verschiedenen individuelle gestalteten semitransparenten Solarmodulen installiert wurde, ist nun abgeschlossen worden. Das Projekt konnte zeigen, dass individuell gestaltete Solarfassaden nicht nur eine ästhetisch, sondern auch ökonomisch interessante Möglichkeit darstellen, um Gebäude-Klimaziele zu erreichen.

Mehrwert für das Gebäudeklima

Das Projekt „SmartFlex Solarfacades“ hat den Testbetrieb seiner Referenz-Solarfassade erfolgreich abgeschlossen.  75 Glas-Glas-Module mit einer Leistung von über 15 kWp waren im November letzten Jahres auf einer Fläche von insgesamt 600 qm auf der Süd- und Westfassade des Glassbel Bürogebäudes in Klaipeda, Litauen, installiert. Die Solarfassade bot den Architekten eine Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten, von bedruckten Modulgläsern, verschiedenfarbigen Laminationsfolien bis zu unterschiedlich gefärbten Solarzellen. Zur Ertragsmessung hat das renommierte Photovoltaik-Institut Berlin (PI Berlin), einer der Projektpartner, auf dem Dach des Bürogebäudes eine Wetter- und Messstation eingerichtet und die Modulqualität vor Ort geprüft.

Auch preislich kann sich die Solarfassade mit anderen Materialien messen, liegen doch die Anschaffungskosten einer „second skin“-Solarfassade  nach Berechnungen der Projektpartner mit 550 Euro pro Quadratmeter ungefähr auf dem Niveau einer Fassade aus Stein oder Metall, aber deutlich niedriger als bei einer reinen Glasfensterfassade, die bis zu 840 Euro pro Quadratmeter kostet. Ein unerwarteter Nebeneffekt war die Kühlung des Gebäudes. Die vorgesetzte Fassade hält  die Wärme, aber auch  Wind und Wetter ab.

Das Projekt „SmartFlex“ wird von der Europäischen Union mit 2,9 Millionen Euro gefördert. Zu den Projektpartnern zählen neben Via Solis, Glassbel und ProTech auch das Photovoltaik-Institut Berlin und der Maschinenbauer Mondragon Assembly, das Schweizer Kompetenzzentrum für gebäudeintegrierte Photovoltaik (SUPSI), der Planungssoftware-Entwickler Creative Amadeo und die Agentur Sunbeam Communications, die auf erneuerbare Energien spezialisiert ist.