Überraschung im Land der Atomenergie Frankreich: Umweltschützer wird Energieminister

Tricolore - die französische Fahne © Wox-globe-trotter/CC-BY-SA Bild vergrößern
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Der in Frankreich sehr bekannte Umweltschützer Nicolas Hulot wird Umwelt- und Energieminister im Kabinett des neuen Präsidenten Emmanuel Macron.

Nicolas Hulot, ein in Frankreich sehr bekannter Umweltschützer hat eingewilligt, im Kabinett des neuen Präsidenten Emmanuel Macron das Umwelt- und Energieministerium zu leiten. Diese Nachricht sorgte selbst in Frankreich für Überraschung, da Macron nicht der erste war, der Hulot diesen Posten angeboten hatte - zuvor hatte dies schon Jacques Chirac versucht, allerdings ohne Erfolg.

Mit dieser Personalie setze Macron ein klares Signal, dass das bereits bestehende Energiewendegesetz in die Tat umgesetzt und der Atomanteil von 75 auf 50 Prozent am Strommix reduziert und durch erneuerbare Energien ersetzt werde, meint das Solar-Portal Photovoltaik.eu.

Umweltminister: Atomausstieg als „mittelfristiges Ziel"

Nicolas Hulot, der unter anderem Umweltverbände gegründet und aufgebaut hat, hatte im März den Ausstieg aus der Atomkraft als "mittelfristiges Ziel" genannt, berichtet das Fachportal IWR.

Während die Ernennung Hulots bei den Befürwortern der französischen Energiewende gut ankommt, bekamen einige Aktionäre des französischen Atomkonzerns EDF kalte Füße. Die EDF-Aktie gab am Mittwoch um 6,6 Prozent an Wert nach, obwohl die EDF-Aktien zu rund 83 Prozent dem französischen Staat gehören.

Der Atomkonzern betreibt – laut IWR - derzeit 58 Atomkraft-Reaktoren in Frankreich und würde durch die Pläne Hulots zum schnelleren Rückzug aus der Atomenergie leiden. Der EDF hatte sich Hoffnungen gemacht, dass Macron den Zeitplan für die Reduktion des Atomstromanteils in Frankreich von 75 auf 50 Prozent aufweichen werde.