Windkraft Nordex: Erstmals Großturbine auf 134 Meter hohem Stahlturm

3 MW-Windrad von Nordex © Nordex SE Bild vergrößern
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Bereits im Februar dieses Jahres hat der Windradhersteller Nordex erstmals eine 3-MW-Anlage auf einem 134 Meter hohen Stahlrohrturm in Betrieb genommen. Bei den NRW.KlimaTagen (7.7.) kann die Anlage besichtigt werden.

Im vergangenen Februar hat die Nordex-Gruppe erstmals eine 3-MW-Anlage auf einem 134 m hohen Stahlrohrturm auf einem Testfeld der Firma Windtest Grevenbroich Gmbh für den Projektentwickler GP Joule in Betrieb genommen. Bisher hatte der Hersteller seine Anlagen mit Nabenhöhen von über 120 m in Kontinentaleuropa ausschließlich auf Hybridtürmen – einer Kombination von Beton- und Stahlrohrturm – errichtet. Der Grund: Bei sehr großen Nabenhöhen wäre der Durchmesser eines herkömmlichen unteren Stahlrohrsegments über 4,30 m breit, so dass ein Transport unter Brücken hindurch nicht möglich gewesen wäre. Bei dem neuen Turm sei der Durchmesser im unteren Segment genau 4,30 m breit, so dass dieses logistische Nadelöhr behoben wurde, meldet Nordex.

Neuer Turm senkt Stromgestehungskosten

Ziel des neuen Turmkonzepts sei es, das Know-how und die Erfahrung mit hohen Turmvarianten als Alternative zur Nutzung eines Hybridturms zu erweitern. Die  aktuellen Testergebnisse bestätigten eine einwandfreie Eignung des Stahlrohrturms auch mit Blick auf eine 20-jährige Betriebszeit der Turbine. Ab Mitte nächsten Jahres werde die Turmtechnologie vorerst für internationale Märkte für die kürzlich eingeführten Windenergieanlagen N131/3600 sowie N131/3900 verfügbar sein. Mit der weiteren Turmvariante senke Nordex zudem erneut die Stromgestehungskosten seiner Anlagenflotte.

Der Standort des Projekts befindet sich in Nordrhein-Westfalen, im Windtestfeld Grevenbroich der Windtest Grevenbroich mbh. Das Testfeld habe für Nordex eine historische Bedeutung. Hier hat das Unternehmen bereits im Jahr 2000 die damals weltweit erste Multimegawattanlage, die N80/2500, errichtet und in Betrieb genommen.