Einfluss der Raum- und Ansaugluft Wenn die Tür zum Biogas-BHKW nicht mehr aufgeht

Biogasmotor © Axel Hirsch/CC-BY-SA-4.0 Bild vergrößern
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Damit der Biogasmotor gut laufen kann, muss auch die Raum- und Ansaugluft richtig eingestellt sein. Andernfalls kann es vorkommen, dass die Tür zum Biogas-BHKW nicht mehr aufgeht. Was dann zu tun ist, lesen Sie hier.

Schleichende Veränderungsprozesse nehmen Betreiber oft selbst nicht wahr. So erging es Michael Wentzke von der IG Biogasmotoren kürzlich beim Besuch einer Biogasanlage: die Tür zum BHKW-Betriebsraum ließ sich nicht mit normalem Kraftaufwand öffnen. Eine geheimnisvolle Kraft von innen hielt kräftig dagegen. Die Ursache war schnell geklärt. Die Zuluft- und Abluftgebläse wurden im Winter manuell gedrosselt und die Luftfilter standen vor dem Austausch. Der laufende Biogasmotor sorgte für einen kräftigen Unterdruck im Raum und kämpfte sowohl mit der knappen Luftmenge als auch mit der hohen Raumtemperatur.

Generatorenstillstandsheizung wird häufig nicht angeschlossen

Vielfach wird über die Notwendigkeit der Biogasaufbereitung gesprochen. Das ist auch notwendig, aber es darf darüber nicht vergessen werden, dass auch mit der Raum- und Ansaugluft alles stimmen muss, damit der Biogasmotor richtig läuft, meldet die IG Biogasmotoren in einer Pressemitteilung. Die korrekte Konditionierung der Ansaugluft werde in der Praxis häufig vernachlässigt. Dies beginne schon mit der Planung und Auslegung der Luftversorgung für den BHKW-Container oder die Raumaufstellung des Aggregates.

Frischluft zur Kühlung werde sowohl für den Motor als auch für den Generator benötigt. Staub und Schmutz müssten durch Raumluftfilter ferngehalten werden. Anderenfalls gebe es einen rasanten Laufbuchsen-Verschleiß, der kostentreibende Reparaturen nach sich ziehe. Der Generator leide ebenfalls, da bei Stillstand kondensierende Feuchtigkeit die Wicklungen schädige. Dagegen schütze die Generatorstillstandsheizung, die stets mitgeliefert, aber häufig nicht angeschlossen werde.

Manche Anlagenbauer halten die Raumluftfilterung für Luxus

Es gebe immer noch Anlagenbauer, die eine Raumluftfilterung als Luxus erachten. Motorenhersteller schreiben vor, dass nicht nur die Ansaugluft sondern auch die Raumluft gefiltert werden müsse. Filter passend nachzurüsten, erfordere meist keinen großen Aufwand. Geringere Instandhaltungskosten werden es dem Betreiber danken.

Ein installierter Umluftkanal sei ebenfalls kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, wenn bei kalten Außentemperaturen der Motor gestartet werde. Die Ansaugluft dürfe eine bestimmte Mindesttemperatur nicht unterschreiten, um den Motor vor zu hohen Ladungsgewichten zu schützen. Diese führten zu überhöhten Lagerbelastungen und Brennraumtemperaturen, die den Motor schädigten. Entsprechend angesteuerte Jalousieklappen schützten den Betriebsraum auch vor zu starker Auskühlung nach Motorstillstand. Dies werde gerade für den Flexbetrieb bedeutend sein, wo sich mehrstündiger Betrieb mit mehrstündigen Stillstandsphasen des Aggregates abwechseln.

Automatische Frischluftregelung senkt Stromkosten

Eine Temperatur- und Mengenregelung der Frischluft sollte automatisch und nicht per Hand geschehen, rät die IG Biogasmotoren. Die hier zu notwendige Automatisierungstechnik sei mittlerweile preisgünstig und ebenfalls nachrüstbar. Damit liesen sich oft auch die Stromkosten deutlich senken. Die automatisierte Überwachung des Filterzustandes lohne ebenfalls: Eine Differenzdruckmessung zeige an, wann die Filterelemente ausgetauscht werden müssten.

Ein eingestellter leichter Überdruck im Betriebsraum schütze vor Staubbelastungen von außen und habe eine angenehme Nebenwirkung: die Tür gehe wieder leichter auf…


Mit Material von IG Biogasmotoren