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Innovation

9,8 MW-Solarkraftwerk und Deponieabdeckung in Einem

Photovoltaikanlage erzeugt Strom auf Mülldeponie in Detmold.
© Abfallbeseitigungs-GmbH Lippe
von , am
06.10.2017

In NRW wurde eine 9,8 MW-Photovoltaikanlage auf einer Deponie errichtet. Das Solarkraftwerk erzeugt nicht nur Strom, sondern dient gleichzeitig als Abdeckung, um Sickerwasser zu reduzieren.

Im nordrheinwestfälischen Detmold produziert eine 9,8 MW-Photovoltaikanlage Strom auf dem Gelände einer Abfalldeponie. Sie erzeugt dort nicht nur Strom sondern dient gleichzeitig als Abdeckung, um die Menge an Sickerwasser zu minimieren.

Normalerweise werden Deponien mit Schichten aus Schotter, Sand und Kunststoffdichtungsbahn abgedeckt, um Sickerwasser zu minimieren. Laut der EnergieAgentur.NRW ist die Genehmigung einer Abdeckung aus Solarmodulen eine Neuheit.

Solarkraftwerk versorgt mehr als 1.900 Haushalte mit Strom

Das Sonnenkraftwerk auf der Deponie Hellsiek in Detmold hat 10 Millionen gekostet und versorgt mehr als 1.900 Haushalte mit Strom. Nach rund 20 Jahren soll sie sich selbst finanziert haben.

Mit 37.004 Solarpanelen, 111 Wechselrichtern und 66.000 Quadratmetern Trapezblech auf vier Hektar Fläche, sei die Anlage für die durchführende Solar-Firma Goldbeck eine technische Herausforderung gewesen. Die Unterkonstruktion müsse in den nächsten Jahren noch Setzungen des Deponiekörpers auffangen. Gleichzeitig sei es beim Rammen der Stützen wichtig gewesen, die Basisabdeckung, die den Untergrund vor Kontaminierung schütze, nicht zu durchdringen.

Bautechnisch entschied sich der Errichter für ein mit PV-Modulen belegtes Trapezdach. Die Unterkonstruktion passe sich der Topographie und der Wölbung des Deponieköpers an und falle zu den Rändern hin ab. Durch das Gefälle werde Regenwasser einfach nach außen abgelenkt. Die Querverteilung des Gewichts fand nicht über zusätzliche Streben, sondern Gummistreifen statt. Die Reduzierung des Sickerwassers bewirke zudem eine Stabilisierung des Deponiekörpers.

Deponie-Solarkraftwerk wurde mit dem Intersolar-Award 2017 ausgezeichnet

Weil die EEG-Förderung, mit der die Anlage preislich kalkuliert worden war, Ende des vergangenen Jahres auslaufen sollte, musste das Kraftwerk in Hellsiek noch im Dezember 2016 ans Netz. „Wir haben die Übergangsfrist für Konversionsflächen ausgenutzt und sind auf den letzten Drücker fertig geworden“, wird Björn Lamprecht, Geschäftsführer des Errichters Goldbeck Solar zitiert.

Die Solaranlage wird von der Deponie Dörentrup GmbH betrieben, die Deponie von der Abfallbeseitigungs-GmbH Lippe, die sich beide attraktive wirtschaftliche Perspektiven davon versprechen. Orientiert haben sich die Betreiber beim Bau an der stillgelegten Deponie Dörentrup, die keine 20 Kilometer entfernt liegt und auf der ebenfalls eine PV-Anlage steht.

Das innovative Projekt wurde mit dem Intersolar-Award 2017 prämiert.

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