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Infoblatt der LfL Bayern

EEG 2017: Was darf eine Photovoltaik-Dachanlage jetzt kosten?

Photovoltaikanlage auf Hausdach
Symbolbild © Thomas Max Müller/pixelio.de
von , am
11.08.2017

Die Landesanstalt für Landwirtschaft Bayern (LfL) hat ein Infoblatt zusammengestellt aus, dem hervorgeht, wie viel eine Photovoltaik-Dachanlage seit Juni 2017 kosten darf, damit sie sich noch rentiert.

Der Stromertrag und der Renditeanspruch geben vor, wieviel eine PV-Dachanlage schlüsselfertig installiert unter den neuen Vergütungsbedingungen des EEG 2017 kosten darf. Um Interessierten einer Photovoltaik-Dachanlage bei der Beantwortung der Rentabilitätsfrage zu helfen, hat die Landesanstalt für Landwirtschaft Bayern (LfL) hat ein neues Infoblatt zusammengestellt.

Laut LfL Bayern belaufen sich die spezifischen Anschaffungskosten je nach Anlagengröße, Standort und Renditeanspruch auf ca. 730 € pro Kilowatt Peak (kWp) bis ca. 1.500 €/kWp.

    Anlagen an schlechten Standorten müssen günstiger sein als an guten Plätzen

    Genüge eine Rendite von 6 %, dürften Kleinanlagen bis 10 kWp an schlechteren Standorten etwa 977 € pro Kilowatt Peak ohne Umsatzsteuer kosten. An sehr guten Standorten könnten unter gleichen Bedingungen rund 1.216 €/kWp investiert werden. Bei größeren Anlagen vermindere sich mit zunehmender Anlagenleistung die spezifische Vergütung, meint die LfL. Die Anschaffungskosten müssten demnach mit zunehmender Anlagenleistung bei gleichbleibendem Renditeanspruch sinken. Größere Anlagen müssten an guten Standorten bis zu 122 €/kWp und an schlechteren Standorten bis zu 100 €/kWp günstiger sein als kleinere Anlagen.

      EEG-Umlage entfällt bei Eigenverbrauch aus Kleinanlagen unter 10 kW

      Werde ein Teil des produzierten Stroms selbst verbraucht, entfalle für diesen Teil der Bezug von kostenpflichtigem Fremdstrom. Kleinanlagen unter 10 kWp seien bei Eigenversorgung von der EEG-Umlage, Stromsteuer und weiteren Umlagen befreit, so dass sie 21,68 ct/kWh für selbst verbrauchten Strom sparten. Diese Ersparnis führe dazu, dass Kleinanlagen durch einen Eigenversorgungsanteil von 30 % spezifische Anschaffungskosten von über 1.500 €/kWp erreichen könnten.

      Auch größere Anlagen seien nur zu einer anteiligen EEG-Umlage von 40 % verpflichtet, so dass sich ihr Substitutionswert auf 17,55 ct/kWh belaufe. Eine 30-prozentige Eigenversorgung könne demnach für größere Anlagen durchschnittlich bis zu 200 €/kWp höhere Anschaffungskosten ermöglichen.

        Preise für kristalline Photovoltaik-Module sinken seit 2014

        Die Internet-Handelplattform "pvxchange" berichtet monatlich über die Preisentwicklung von Photovoltaik-Modulen aus Europa und Asien. Ihrer Beobachtung nach fallen die Großhandels-Preise für kristalline Module seit 2014. Schlüsselfertige Anlagen von deutschen Anbietern kosteten im Mai 2017 zwischen 1.125 €/kWp und 1.350 €/kWp. Anlagen aus Südostasien seien zu diesem Zeitpunkt bis zu 150 €/kWp günstiger zu erwerben.

        Das Infoblatt der Lfl kann kostenlos herunter geladen werden. Es enthält Informationen zu den spezifischen Anschaffungskosten mit und ohne Eigenversorgung, zu der Berechnungsmethodik, sowie zu aktuellen Marktpreisen von PV-Modulen.

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