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Solarenergie

Globaler Photovoltaik-Boom hält weiter an

Der 10-MW-Solarpark Schipkau wurde in drei Monaten aufgebaut. © obs/Trianel GmbH/Trianel/Günther Goldstein
von , am
09.06.2017

Der globale Photovoltaik-Boom hält weiter an. Weltweit werden in diesem Jahr neue Solarstromanlagen mit einer Spitzenleistung von rund 80 Gigawatt (GWp) neu in Betrieb gehen, nach einem Zubau von 75 GWp im Jahr 2016.

Der Bundesverband Solarwirtschaft veröffentlichte vergangene Woche auf der Intersolar Europe seine aktuelle Marktprognose. Auf der Leitmesse der Branche stellten mehrere Hundert Unternehmen aus Deutschland aus. "Deutschland verfügt über erfolgreiche Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Rohstoff Silizium über den Maschinen- und Anlagenbau über die Systemtechnik, Projektentwicklung, Kraftwerksbau bis hin zu den Batteriespeichern. Viele von ihnen können vom wachsenden Weltmarkt profitieren", betonte Joachim Goldbeck, Präsident des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar).

Photovoltaik boomt auch wieder in Deutschland

Auch in Deutschland stünden die Zeichen inzwischen wieder auf Wachstum. Nach Daten der Bundesnetzagentur wurde in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund 65 Prozent mehr Solarstromleistung neu installiert als im Vorjahr. Nahezu die Hälfte der privaten Investoren kombiniere die neue Solaranlage inzwischen mit einem Batteriespeicher, um auch in den Abendstunden Solarstrom zu nutzen. Aufgrund attraktiver Renditeerwartungen und Finanzierungskonditionen für Gewerbe- und Immobilienbesitzer rechne der Branchenverband BSW-Solar in den nächsten Monaten mit einer weiter anziehenden Nachfrage. "Die Investitionsbedingungen für Verbraucher und Unternehmer sind attraktiv. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für den Einstieg in die Solarstromerzeugung", sagt Carsten Körnig, BSW-Hauptgeschäftsführer.

BSW-Solar: Politik soll Wachstumsbremsen lösen

"Wir freuen uns über die anziehende Nachfrage. Aber wir wissen, dass wir deutlich mehr neue Solaranlagen brauchen, um die Pariser Klimaziele zu erreichen und den wachsenden Bedarf im Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor zu decken", so Körnig. Mit 6,6 Cent je Kilowattstunde habe im Kraftwerksmaßstab erzeugter Solarstrom in Deutschland die Erzeugungskosten von Strom aus neu errichteten fossil befeuerten Kraftwerken unterschritten. Körnig: "Es gibt keinen Grund mehr, die Photovoltaik weiter zu deckeln. Wenn die Politik die Wachstumsbremsen löst und bürokratische Barrieren beseitigt, ist der notwendige Ausbau der Photovoltaik kosteneffizient machbar."

"Immer mehr Länder nehmen Klimaschutz ernst und setzen auf saubere Solarenergie. Dies ist oft schlicht eine ökonomische Entscheidung, weil Photovoltaik schon heute in vielen Regionen die günstigste Form der Stromerzeugung ist und sehr verbrauchsnah erfolgen kann", erläutert Körnig. Spätestens im Jahr 2020 werde nach Einschätzung des Verbandes der jährliche Photovoltaik-Zubau die Marke von 100 Gigawatt erreichen. Zum Vergleich: 2010 lag der weltweite PV-Absatz erst bei 17 Gigawatt.

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