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Littering

Bis zu 100.000 Euro Strafe - Müll in der Landschaft kann teuer werden

Müll
am Montag, 26.09.2022 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Nicht nur für Landwirte ist Müll in der Landschaft ein Problem. Alle Bürger leiden unter achtlos weggeworfenem Abfall. Kommunen wollen das Problem durch höhere Strafen eindämmen.

Mal eben die Kippe in die Gegend schnippen, den Hundehaufen liegen lassen, wenn keiner hinguckt, den Pappbecher am Wegrand verlieren - es muss nicht die Lkw-Ladung Bauschutt sein, die Umweltsünder in der Gegend verstreuen. Jeder achtlos liegengelassene Müll in der Landschaft ist ein Problem.

Aber Müllsünder sollten sich nicht allzu sicher fühlen - Kommunen greifen durch, wenn sie einen erwischen. Je nach Bundesland ist man schnell mit vielen Euros dabei. Im schlimmsten Fall erfüllt das Entsorgen sogar einen Straftatbestand nach § 326 StGB; fünf Jahre Gefängnis drohen.

Jede Zigarrettenkippe verseucht 40 Liter Wasser

Hohe Strafen sind berechtigt. Landwirte wissen ein Lied davon zu singen, dass Müll in der Prärie kein kosmetisches Problem ist. So verseucht ein einziger Zigarettenstummel 40 Liter Wasser. Ein Coffee-to-go-Becher braucht ein halbes Jahrhundert, um zu verrotten. Selbst (organischer) Hundekot oder Grünschnitt sind ein Alptraum in der Umwelt. Hundekot trägt Krankheitserreger, im Grünschnitt können sich invasive Arten verbergen. Auch das angebissene Wurstbrot ist illegaler Müll und kann hochgefährlich sein. Etwa bei der Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest.

Hinzu kommen Altreifen, Bauschutt, die alte Waschmaschine ... Oft schlummern hier Schadstoffe, die großen Schaden anrichten können. Leider zieht eine illegale Müllkippe anderen Müll geradezu magisch an. Das Problem wird immer größer.

Müll entsorgen kostet viel Geld

Das alles kostet viel Geld. Allein das Aufklauben und Entsorgen von Zigarettenkippen rund 225 Millionen Euro. Für To-go-Becher aus Plastik fallen 120 Millionen Euro pro Jahr an, so das Bundesumweltministerium. Das Vermüllen einzelner zahlen alle. Hinzu kommen die Folgekosten durch Verschmutzung von Grundwasser oder Ackerflächen. Kein Wunder, dass die Kommunen sich das Geld von den Umweltsündern zurückholen wollen.

Dabei haben die Bundesländer unterschiedliche Summen, die sie einfordern. In Bayern beispielsweise kostet die weggeworfene Zigarettenpackung, das Taschentuch oder eine Bananenschale 20 Euro. Hundekot bis 150 Euro. In Köln sind fürs Liegenlassen des Haufens zwischen 45 und 400 Euro fällig. In Nordrhein-Westfalen muss man für entsorgte Küchengeräte oder Getränkedosen 100 Euro berappen. Wer das gewerbsmäßig macht, und erwischt wird, könnte mit 50.000 oder sogar 100.000 Euro Strafe belegt werden.

Kommunen haben Umweltsünder im Visier

Aber um sie zu bestrafen, muss man sie erwischen. Auf Plätzen, Straßen oder in Parks schicken Kommunen öfters Kontrolleure, die ein Auge offen haben. Köln etwa beschäftigt regelrechte Mülldetektive, die auch beratend tätig sind. Doch im Falle, man erwischt jemanden, der auf seinem Acker Müll ablädt, gilt auch hier, Selbstjustiz ist kein Mittel der Wahl.

Müll auf Feld und Flur: Was können Landwirte tun?

Die Ordnungs- und Umweltämter vor Ort sind hingegen eine gute Adresse, um etwa illegale Müllkippen zu melden. Sie bieten mitunter sogar Online-Meldeportale oder Hotlines. Die Seite https://muell-weg.de/ beziehungsweise die gleichnamige App erleichtert die Meldung. Auch die Polizei nimmt Hinweise entgegen und ermittelt gegen die Müllsünder.

Mit Material von Infocenter R+V Versicherung

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