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Konkurs

19 Millionen Euro: XXL-Milchviehbetrieb zwangsversteigert

Agrarbetrieb Tinghøjgaard in Dänemark
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Eva Eckinger, agrarheute
am
13.12.2017

Er zählt zu den größten Milchviehbetrieben Dänemarks. Nun wurde das Familienunternehmen mit 1.100 Milchkühen und 1.000 Hektar Land für 19 Millionen Euro versteigert.

Als der Konkurs im Frühjahr bekannt wurde, war schnell klar, dass es sich hier um eine der größten Pleiten der dänischen Agrargeschichte handelte. Der Betrieb Tinghøjgaard, ein Familienunternehmen südlich von Astrup auf Himmerland in Dänemark, umfasst 14 Gebäude, 1100 Milchkühe und 1000 Hektar Land. Er ist somit laut shz einer der größten Milchviehbetriebe des Landes.

Am Dienstag wurde er für 19 Millionen Euro versteigert.

Familienbetrieb: Landwirt Vorsitzender der Landwirtschaftsschule

Wie die shz berichtet, wurde der Hof bis März 2017 von der Familie Pedersen bewirtschaftet. Landwirt Pedersen ist Vorsitzender der Landwirtschaftsschule für Nordjütland sowie Mitglied bei Agri Nord. Dieses Unternehmen unterrichtet Landwirte unter anderem in Sachen Ökonomie, so die Zeitung weiter. Im Frühling jedoch musste sein Familienbetrieb Konkurs anmelden.

Zwangsversteigerung des Milchviehbetriebs

Agrarbetrieb Tinghøjgaard in Dänemark

Doch weil sich kein Käufer für den Milchviehbetrieb fand, wurde er nun zwangsversteigert. Für den Hof wurden 172 Millionen Kronen (über 23 Millionen Euro) veranschlagt, berichtet shz.de. Letzten Endes aber ging laut finans.dk nur ein Angebot der Mitgläubigerbank Nykredit in Höhe von 141 Millionen Kronen (19 Millionen Euro) ein.

Wie die Zeitung Nordjyske berichtet, zeigt Nykredit aber kein Interesse an der Landwirtschaft. Die Kreditbank möchte nun ebenfalls so schnell wie möglich einen Käufer für den Betrieb finden.

Agrarbetrieb: 27 Millionen Euro Schulden

Laut dänischer Zeitung Berlingske würden auf dem Familienbetrieb Schulden in der Höhe von knapp 27 Millionen Euro lasten. Damit sei der Konkurs des Tinghøjgaard eine der größten Pleiten in der dänischen Landwirtschaftsgeschichte.

Der neue Eigentümer Nykredit gehe laut finans.dk davon aus, den Großteil der Summe wieder zu erhalten. Der zweite große Gläubiger, die Jyske Bank, rechne allerdings mit Verlusten von rund 8 Millionen Euro.

Mehrere Großlandwirt in Dänemark Konkurs

Wie die shz berichtet, sei Pedersen aber nicht der einzige dänische Großlandwirt, der 2017 in Schieflage geriet. Auch andere große Agrarbetriebe hätten Konkurs anmelden müssen. Darunter sei laut Zeitung auch der bekannte Großbauer Bernhard Mortensen sowie der Milchproduzent Bart Pelgröm, der noch 2015 zum Landwirt des Jahres gewählt wurde.

Mit Material von shz, finans.dk, Berlingske, Nordjyske

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