Login
Drama im Stall

19 Rinder sterben an Güllegasen

Zürcher Oberländer/Eva Eckinger/agrarheute
am
08.07.2016

Fast die Hälfte des Bestandes eines Schweizer Landwirtes verendete an tödlichen Gasen. Die giftigen Wolken entstanden unbemerkt bei der Aufbereitung von Gülle.

Zu einem dramatischen Unfall ist es letzte Woche in der Schweiz gekommen. In der Gemeinde Wetzikon sind 19 Tiere an Güllegasen gestorben, wie der "Zürcher Oberländer" (ZO) berichtet. Auf einem Betrieb war ein Landwirt gerade damit beschäftigt, Rindergülle aufzurühren - an sich ein ganz normaler Vorgang. Doch er sollte tragische Folgen haben.

Zusatzmittel Brinamon zur Gülle

Der Landwirt hatte in den frühen Morgenstunden das Zusatzmittel Brinamon zur Gülle gemischt. Das habe er vorher schon zwei Mal angewendet, ohne dass etwas passiert sei, berichtet er "Zürcher Oberländer". Brinamon solle die Gülle aufwerten und zu einer Ertragssteigerung auf den Äckern führen.

Gülle: Entwicklung tödlicher Gase

Was er jedoch nicht bemerkt - und auch nicht bemerken kann - sind die giftigen Gase, die allmählich in der Grube entstehen. Erst als er die Schreie der Rinder hörte, wurde ihm klar, dass etwas nicht stimmen konnte. Er öffnete die Stalltüren und sah, wie die Tiere um Luft rangen, so der ZO.

Er drehte unmittelbar die Lüftung auf, kontaktiere den Tierarzt und trieb so viele Rinder ins Freie, wie er konnte. Fünf Tiere konnte er so retten.

Gefahren bei der Bewegung von Gülle

18 Tiere starben an den Gasen, eines musste geschlachtet werden. Wie der Zürcher Oberländer berichtet, verlor der Landwirt so fast die Hälfte seines Bestandes von 44 Tieren. Der Landwirt vermutet laut OZ, dass das Gas besonders aggressiv gewesen sein könnte, weil es viele Schwefelverbindungen enthielt. Das entstehe, wenn Mikroorganismen Sulfat abbauen. Sulfat wiederum stamme aus der Hofgülle und vom Zusatzdüngemittel.

Welche Gefahren bei der Bewegung von Gülle lauern, zeigt ein Film, den auch agrarheute kürzlich vorstellte!

Auch interessant