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Umwelt

2 tote Rinder: Schleswig-Holstein verschärft Bekämpfung von Jakobskreuzkraut

von , am
16.06.2015

Der Verdacht, zwei Rinder könnten an der Aufnahme von Jakobskreuzkraut verendet sein, erhärtet sich. Jetzt soll die Bekämpfung der giftigen Wildpflanze verschärft werden.

Im Mai sind in Schleswig-Holstein binnen weniger Tage zwei Hochlandrinder tot auf ihrer Weide aufgefunden worden. Eines der Tiere verendete laut Untersuchungsbericht an einer Leberschädigung. Die Öko-Flächen weisen einen starken Bewuchs mit dem giftigen Jakobskreuzkraut auf.
 
Jetzt äußerte sich der Umweltminister Schleswig-Holsteins, Robert Habeck, zur aktuellen Lage und der weiteren Strategie im Kampf gegen die Wildpflanze.

Untersuchungen der genauen Todesursache

In jedem Fall soll genau untersucht werden, woran die zwei Hochlandrinder gestorben sind. Der Verdacht, dass sie in Folge der Aufnahme von Jakobskreuzkraut verendeten sind, muss überprüft werden. "Im Lichte dieser Erkenntnisse werden wir die Strategie zur Bekämpfung des Jakobskreuzkrautes weiterentwickeln," so Minister Habeck.

Umbruch und Neusaat

Laut Habeck sei die Bekämpfung der giftigen Wildpflanze ist Schleswig-Holstein schon deutlich verschärft worden. Das Ministerium teilte mit, dass man bereits vor zwei Monaten die Stiftung Naturschutz angehalten hatte, die Fläche, auf der die Wildpflanze bekämpft wird, auf bis zu 1.000 Hektar zu verdoppeln. Zudem habe man deutlich gemacht, dass auch  Umbruch und Neusaat bei der Krautbekämpfung bedacht werden müssen.

Naturschutzfachlich schwierig

Habeck ist sich dem Einwand der Naturschützer bewusst: "Das ein sehr scharfes Schwert, das naturschutzfachlich und naturschutzrechtlich große Auswirkungen hat. Denn Umbruch bedeutet auch, dass andere Pflanzen sowie Tiere beeinträchtigt werden." Allerdings müssten angesichts der Ausbreitung auch radikale Bekämpfungsmethoden bei besonders stark bewachsenen Flächen erwogen werden.

Hübsch aber gefährlich: Das Jakobskreuzkraut

Das Jakobskreuzkraut ist eine heimische Giftpflanze, die sich in den letzten Jahren sehr stark ausgebreitet hat. Man findet sie an Straßenrändern, auf Naturschutzflächen sowie landwirtschaftlichen Flächen. Es enthält Pyrrolizidinalkaloide, die in hoher Anreicherung die Gesundheit schädigen. Über Heu oder Silage kann es bei Pferden und Rindern Krankheiten verursachen. Bisher glaubte man, dass die Tiere die Pflanze aufgrund ihrer Bitterstoffe auf der Weide meiden. Allgemeine Bekämpfungsmethoden sind die Mahd sowie die direkte Entnahme durch Ausreißen.
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