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Politik national

200.000 Menschen fordern Glyphosat-Verbot

von , am
07.05.2015

Kommenden Freitag wollen die Länderminister über die Zukunft von Glyphosat beraten. Vor diesem Hintergrund übergab heute die Bürgerbewegung Campact 220.000 Unterschriften für ein Verbot des Herbizids an den niedersächsischen Agrarminister.

Die Bürgerbewegung Campact übergab 220.000 Unterschriften für ein Verbot von Glyphosat an den niedersächsischen Agrarminister. © campact
Im Vorfeld der Agrarministerkonferenz appellierten zahlreiche Bürger an die versammelten Länderminister in Osnabrück, sich für ein umfassendes Verbot des Herbzids Glyphosat durch die EU einzusetzen. 220.000 Menschen unterschrieben eine Petition für das Glyphosat-Verbot. Die Bürgerbewegung Campact übergab den Katalog von Unterschriften an den niedersächsischen Agrarminister Christian Meyer (Grüne). Meyer ist federführend in der Ministerriege, die sich für ein Verbot einsetzen.
 
Für morgen erwartete Meyer eine knappe Entscheidung der Minister über den Antrag von Niedersachsen, Hessen und NRW hinsichtlich der privaten Anwendung des Pestizids.

WHO und EU sollen Glyphosat neu diskutieren

Vor Kurzem gab die Weltgesundheitsorganisation WHO in ihrer Neubewertung von Glyphosat bekannt, dass das Herbizid  'wahrscheinlich krebserregend bei Menschen' ist. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat Anfang April mittgeteilt, dass die Zuarbeit im Genehmigungsverfahren von Glyphosat abgeschlossen ist. Das BfR empfiehlt nachdrücklich, dass alle Beteiligten der beiden Glyphosat bewertenden WHO-Gremien sowie der zwei zuständigen EU-Behörden, EFSA und ECHA, die derzeit strittigen wissenschaftlichen Fragen diskutieren. Sie sollen die Divergenzen beseitigen, bevor die EU-Kommission eine Entscheidung zur weiteren Genehmigung von Glyphosat trifft.

Baumarkt-Initiative

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/ Die Grünen und Harald Ebner, Pestizid- und Glyphosat-Experte der Grünen im Bundestag, haben einen Offenen Brief an die bundesweit größten Baumärkte geschrieben - mit dem Appell, das laut WHO-Experten "wahrscheinlich krebserregende" Glyphosat aus dem Sortiment zu nehmen. Der Brief ging an OBI, Bauhaus, Hornbach, Toom, Hellweg und Hagebau.
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