Login
Wirtschaft

2014/15: Nordzucker erntet soviel Rüben wie nie zuvor

Nordzucker-Werk mit Silolager
pd
am
23.02.2015

Die Nordzucker-Fabriken haben bei der aktuellen Kampagne deutlich mehr Rüben verarbeitet als zunächst erwartet worden war. Der viele Zucker ist jedoch schlecht für den Preis.

Nordzucker Rübenlagerung
Die Nordzucker AG hat am 7. Februar 2015 die Zuckerrübenkampagne 2014/15 abgeschlossen. Insgesamt verarbeitete das Unternehmen in seinen 13 Werken europaweit rund 18,3 Millionen Tonnen Rüben (Vorjahr 15). Das schwedische Werk Örtofta beendete als letztes Werk nach knapp 140 Tagen die Kampagne.
 
Die größte Herausforderung für die meisten Fabriken bestand darin, die hohen zusätzlichen Rübenmengen nach einer nahezu idealen Vegetationsphase zu verarbeiten. "Gegenüber der ursprünglichen Planung kamen mehr als eine Million Tonnen Rüben zusätzlich in unsere Werke. Das stellte vor allem unsere Kollegen vor Ort, die gesamte Logistik und die Anlagen in den Fabriken vor große Aufgaben, die exzellent gemeistert wurden", fasst Produktionsvorstand Axel Aumüller diese außergewöhnliche Kampagne zusammen.

2015/16: Weniger Fläche für bessere Zuckerrübenpreise geplant

"Eine um zwei bis drei Wochen frühere Aussaat und ideale Wachstumsbedingungen während der ganzen Vegetationsperiode waren die wesentlichen Gründe für den außerordentlichen Ertrag. Verbessertes Know-how und Fortschritte in der Züchtung zeigen, dass die Rübe noch weiteres Potenzial hat", kommentiert Agrarvorstand Lars Gorissen die große Ernte.
 
Allerdings: Mit der einzigartigen Zuckermenge, die nun zusätzlich zur Verfügung steht, verstärkt sich der Druck auf das angespannte Marktumfeld weiter. Daher wird es im nächsten Anbaujahr zu einer signifikanten Einschränkung der Anbauflächen kommen: "Wir werden gemeinsam mit unseren Rübenanbauern daran arbeiten, Druck aus dem Markt zu nehmen, indem wir weniger anbauen", unterstreicht Lars Gorissen. Das werde dazu führen, dass im nächsten Jahr die Kampagne deutlich kürzer ausfallen wird.

Die Ergebnisse in den verschiedenen Ländern:

  • Deutschland Nach durchschnittlich 129 Kampagnetagen fuhren die fünf norddeutschen Werke ein Rekordergebnis ein. Mit rund 14,3 Tonnen Zucker je Hektar (Vorjahr 11,3) lag der Ertrag auf einem ausgezeichneten Niveau. Es spiegelt den optimalen Vegetationsverlauf und die sehr guten Bedingungen bis zum Verarbeitungsende wider.
  • Dänemark Auch die Kampagne in den beiden dänischen Werken war mengenmäßig sehr anspruchsvoll. Bei sehr guten Rübenqualitäten konnten 14,2 Tonnen je Hektar Zucker (12,8) gewonnen werden. Auf stabilem Niveau verarbeiteten die beiden dänischen Werken Nakskov und Nykøbing in 123 Tagen eine Rekordernte.
  • Schweden 2,5 Millionen Tonnen Rüben verarbeitete das Werk Örtofta in Schweden an 138 Kampagnetagen. Die längste Kampagne im Konzern endete so erst Anfang Februar mit einem Zuckerertrag von 12,2 Tonnen je Hektar, der deutlich über den Erträgen des Vorjahres liegt (11,3).
  • Finnland Als erstes Werk im Konzern beendete Säkylä in Finnland bereits im Dezember die Kampagne mit einem regionalen Rekordergebnis von 7,6 Tonnen Zuckerertrag je Hektar (6,9). Insgesamt 81 Tage dauerte die nahezu störungsfreie Verarbeitungsphase.
  • Litauen Das Werk Kedainiai in Litauen hatte ebenfalls sehr große Rübenmengen zu verarbeiten und witterungsbedingt einige Herausforderungen mit Frost zu bewältigen. Mit einem Zuckerertrag von 11,9 Tonnen je Hektar (11,0) verlief die Kampagne in 125 Tagen auf Rekordniveau.
  • Polen Die Kampagne in Polen war in den beiden Regionen sehr unterschiedlich. Mit im Schnitt 11,9 Tonnen je Hektar Zuckerertrag wurde das gute Niveau des Vorjahrs (11,9) erreicht, die Ausschläge im Ertrag und in der Polarisation waren aber signifikant.
  • Slowakei Eine sehr große Rübenernte stand auch dem slowakischen Werk ins Haus. Sie erforderte eine 36 Tage längere Kampagne als im Vorjahr und verarbeitete am Ende an 133 Tagen Zuckerrüben. Der Zuckerertrag von 12,6 Tonnen je Hektar (10,3) liegt auf einem Rekordniveau.
 
Auch interessant