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Interview

Die hessische Milchkönigin im Interview

Junglandwirtin Anne Schmauch im Melkstand.
am Freitag, 16.10.2020 - 07:54 (Jetzt kommentieren)

Die neue hessische Milchkönigin Anne möchte die Milchwirtschaft wieder in ein besseres Licht rücken. Wie, das verrät sie in unserem Interview.

Zahlreiche Veranstaltungen mussten aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr abgesagt werden. Das gilt auch für viele Märkte und Feste, die regionalen Köstlichkeiten gewidmet sind. Traditionellerweise werden bei Kartoffelfest und Co. vielerorts die entsprechenden Produktköniginnen gewählt. Doch weil die Wahlen meist ausfallen mussten, beiben zum Beispiel die Rheinische Kartoffelkönigin, die Aldersbacher Weißbierkönigin oder die Gladenbacher Kirschenkönigin einfach ein weiteres Jahr im Amt.

Nur wenig neue Produktköniginnen 2020

Eine der wenigen Produktköniginnen, die 2020 gewählt werden konnten, ist Anne Schmauch. Dass sie die neue hessische Milchkönigin, hat die Jury bereits vor dem Lockdown beschlossen. Seit Anfang September ist es nun offiziell: bis 2022 vertritt sie die Milchwirtschaft Hessens. Das Junglandwirteportal Hofheld hat die Landwirtin gefragt, was sie während ihrer Amtszeit erreichen will und wie ihr erster Monat als Hoheit abgelaufen ist.

Wie bist du zur Landwirtschaft gekommen?

Wir haben selbst einen Betrieb zuhause. Meine Eltern betreiben Ackerbau, früher hatten wir auch noch Schweinemast. Ich selbst war aber schon immer ein absoluter Kuhmensch und war immer bei anderen Leuten im Kuhstall. Irgendwann habe ich das dann auch hauptberuflich gemacht. Momentan gehe ich auf die Technikerschule, nebenbei arbeite ich aber weiter auf einem Milchviehbetrieb. Ohne Kühe geht’s einfach nicht bei mir.

Welche Bedeutung hat Landwirtschaft für dich?

Ich bin damit aufgewachsen, für mich gibt es nichts Schöneres – die Verbundenheit mit der Natur, das Leben auf dem Land. Die Landwirtschaft ist mein Leben. Nicht nur die Kühe, sondern alles, was dazugehört. Und letztendlich machen wir ja auch die Produkte, von denen wir alle leben.

Warum hast du dich als hessische Milchkönigin beworben?

Am Anfang wusste ich ehrlich gesagt gar nicht, dass es sowas gibt. Ein Kumpel von mir ist Landwirt und der hat gesagt: Du bist doch den ganzen Tag nur im Kuhstall, bewirb dich doch mal! Letztendlich habe ich mich dann dazu entschieden, weil die Milch nicht mehr viel Wertschätzung in der Bevölkerung bekommt und wir Landwirte mit 30/31 Cent pro l nicht mehr wirklich etwas daran verdienen. Und da will ich meinen Beitrag leisten.

Wie läuft die Bewerbung denn ab?

Man muss eine schriftliche Bewerbung abgeben sowie einen Lebenslauf und Bilder. Potentielle Kandidatinnen wurden dann zum persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen, das ich mir echt einfacher vorgestellt hätte. Zum Beispiel mussten wir alle eine Rede als neue Milchkönigin halten.

Was willst Du als hessische Milchkönigin erreichen?

Ich will der Bevölkerung die Milchwirtschaft näherbringen und ihnen vermitteln, dass wir Milchviehhalter nichts Schlimmes machen. Damit die Milch wieder mehr wert wird. Doch als hessische Milchkönigin vertrete ich nicht nur die Milchbauern, sondern die gesamte Milchbranche. Daher informiere ich mich in dem Bereich weiter, um dann alle Fragen der Verbraucher beantworten zu können.

Wie war denn Dein erster Monat als hessische Milchkönigin?

Corona versaut mir leider ziemlich viel und ehrlich gesagt dachten wir, dass fast nicht passiert. Geplant war, jedes Wochenende in einem anderen Bezirk auf Tierschauen oder Märkten präsent zu sein. Momentan zeige ich vor allem auf Social Media, wo die Milch herkommt. Außerdem habe ich viele Interviews gegeben und konnte auch schon im Lokalfernsehen und fast allen lokalen Radiosendern für die Milchwirtschaft auftreten. Da ich die erste Milchkönigin aus Nordhessen bin, ist das Medieninteresse schon ziemlich groß.

Wieviel Milch trinkst oder „isst“ du denn pro Tag?

Ich trinke jeden Tag ein Glas Milch und ich esse total gerne Käse. Viele behaupten ja, Milch sei ungesund, doch mit Vitaminen und Calcium steckt viel drin, was der Körper täglich braucht.

Parade der Produktköniginnen auf dem ErlebnisBauernhof

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