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Eierskandal

35 Millionen Fipronil-Eier allein nach Niedersachsen geliefert

Eierpackungen auf Fließband
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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
16.08.2017

Allein nach Niedersachsen sind laut Landesagrarminister 35,3 Millionen Eier geliefert worden, die möglicherweise mit Fipronil belastet waren.

Die Zahl der nach Niedersachsen gelieferten Eier, die mit dem Pflanzenschutzmittel Fipronil verunreinigt waren, ist deutlich größer als zuvor bekannt. Nach Aussage des niedersächsischen Agrarministers Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) sollen insgesamt 35,3 Millionen Eier belastet gewesen sein. Dies gehe aus Daten des EU-Schnellwarnsystems hervor, sagte Meyer (Grüne) am Mittwoch im Landtag.

Niedersachsen habe knapp 17 Millionen Eier in andere Bundesländer geliefert, die im Verdacht stehen, mit dem Insektizid belastet zu sein. Dabei handelt es sich sowohl um importierte Eier aus Verdachtsbetrieben in den Niederlanden als auch um Eier aus vier niedersächsischen Legehennenbetrieben, in denen Fipronil nachgewiesen wurde.

Eierskandal: Streit zwischen Bundes- und Landesagrarministerium

Das Ausmaß des Fipronil-Skandals sei damit größer als vom Bundesagrarministerium behauptet. Das Ministerium hatte erklärt, es sei davon auszugehen, dass "rund 10,7 Millionen möglicherweise mit Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden nach Deutschland geliefert worden sind".

Zu einem Streitpunkt in der Landtagsdebatte wurde die Frage, seit wann belastete Eier in Niedersachsen in den Handel gelangt sind. Anders als Minister Meyer geht der CDU-Agrarexperte Helmut Dammann-Tamke davon aus, dass bereits ab Mai über eine Zeit von zweieinhalb Monaten belastete Eier von niedersächsischen Betrieben ausgeliefert wurden.

Mit Material von dpa
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