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Umwelt

400 Millionen Euro für saubere Flüsse

von , am
23.12.2009

Erfurt - Thüringens Flüsse und Gewässer sollen sauberer werden. Dazu hat Umweltminister Jürgen Reinholz heute die Bewirtschaftungspläne der Thüringer AKTION FLUSS verabschiedet.

© Felix PETER/fotolia

Die Pläne beinhalten über 1.200 Einzelmaßnahmen für eine Verbesserung der Thüringer Gewässer in den kommenden sechs Jahren. Bis 2015 sollen rund 400 Millionen Euro vor allem aus Landes-, Bundes- und europäischen Mitteln investiert werden. "Mit dem Inkrafttreten der Bewirtschaftungspläne legen wir den Grundstein für eine Zukunft mit sauberem Wasser und ökologisch intakten Gewässern", sagte Umweltminister Jürgen Reinholz.

Thüringer Gewässer gehören zum Wassereinzugsgebiet der Elbe, der Weser und des Rheins. Ein zentrales Ziel der AKTION FLUSS ist es, die Gewässer noch stärker von Stickstoff und Phosphor zu entlasten. Zu den über 1.200 Einzelmaßnahmen zählen unter Anderem die Erweiterung und Anpassung von Kläranlagen, das Anlegen von Ufer-Blühstreifen an den Gewässern, die Entfernung von Platten-Uferbefestigungen und das Anpflanzen von Ufergehölzen.

EU-Vorgaben umgesetzt

Hintergrund für die umfangreichen Pläne ist die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Danach müssen bis 2015 alle Thüringer Flüsse einen "guten Zustand" erreicht haben. Die Bewertung der Gewässer erfolgt nach einem bundeseinheitlich geltenden biologischen Bewertungsverfahren. Die größten Defizite in Thüringen zeigten sich in der Gewässerstruktur und in der z. T. noch sehr hohen Nährstoffbelastung (Stickstoff und Phosphor). Die nun verabschiedeten Programme sehen unter anderem Maßnahmen auf 639 Gewässerkilometern vor. Um die Wasserqualität weiter zu erhöhen, sollen u. a. 24 Kläranlagen aus- oder neu gebaut werden. Im Rahmen einer sechsmonatigen Anhörung sind Hinweise der Wasser- und Umweltverbände, der Kommunen und aus der Land- und Forstwirtschaft teilweise in die Bewirtschaftungspläne und Programme der AKTION FLUSS eingeflossen.

Nicht alles machbar

Reinholz kündigte an, dass Thüringen von Fristverlängerungen Gebrauch machen werde. "Wir werden bis 2015 noch nicht alle Ziele erreicht haben. Die geplanten Aktivitäten werden jedoch zu einer erheblichen Verbesserung der Gewässer beitragen und einen intensiveren Schutz der Ressource Wasser zur Folge haben." Positive Auswirkungen werde es für den Hochwasserschutz, Naturschutz und den Tourismus geben. (pd)

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