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Startup für Kunstkäse

42 Millionen Euro für Käse aus dem Labor

Petrischale
am Donnerstag, 23.09.2021 - 15:15 (Jetzt kommentieren)

Rund 42 Millionen Euro hat ein Startup für die Erzeugung von Käse aus dem Labor gesammelt. Das Kasein dafür stammt von gentechnisch veränderten Bakterien. Damit könnte die Zulassung am europäischen Markt heikel werden.

Projekte unter der Flagge "Milchersatzprodukte" lassen sich inzwischen offenbar sehr gut finanzieren. Das beweist aktuell ein Startup aus Berlin, das mit dem Ziel einer Käseproduktion ohne Milchkühe rund 42 Mio. Euro aufgetrieben hat. Das ist europäischer Rekord im Lebensmittelbereich.

Kasein und Molkenprotein aus Hefezellen

Der Schweizer Raffael Wohlgensinger hatte das Startup Anfang 2019 mit der Wissenschaftlerin Britta Winterberg gegründet. Im Moment beschäftigt das Unternehmen 20 Mitarbeiter, soll aber bald auf 70 anwachsen.

Das Unternehmen Formo will Käse aus Kasein und Molkenprotein, aber ohne Milchkühe produzieren. Dafür werden Hefezellen gentechnisch verändert, damit sie das notwendige Milcheiweiß erzeugen. Im Moment stellt Formo nach eigenen Angaben bereits Weichkäse wie Mozzarella und Ricotta her, Hartkäsesorten sollen folgen.

Der Käse aus GVO-Hefen braucht eine Zulassung

Das Laborkäse-Startup verfolgt einen straffen Zeitplan: Der erste Käse aus Hefezellenkasein soll bereits in zwei Jahren auf dem Markt sein. Und bis 2025 soll das Produkt preislich mit herkömmlichem Käse aus Kuhmilch konkurrieren können.

Allerdings bedarf die Markteinführung einer Zulassung als "Novel Food", da mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) gearbeitet wird. Im gentechnikkritischen Europa dürfte das mindestens so kompliziert werden, wie guten Käse ohne Kuhmilch herzustellen.

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