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Politik EU

50 Jahre deutsch-französische Freundschaft

von , am
23.01.2013

Berlin - Deutschland und Frankreich feierten gestern das 50-jährige Bestehen des Elysée-Vertrags. Die Landwirtschaft stellt gestern wie heute den Eckpfeiler der europäischen Partnerschaft.

 
Als die Regierungschefs Konrad Adenauer und Charles de Gaulle vor 50 Jahren am 22. Januar 1963 den Elysée-Vertrag unterzeichneten, bekannten sich Deutschland und Frankreich zur gemeinsamen Vision einer friedlichen Zukunft in enger Zusammenarbeit. Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) wurde ebenfalls in den letzten 50 Jahren entwickelt, dabei haben beide Länder wichtige Impulse für das vereinte Europa gesetzt: "Deutschland und Frankreich haben sich in den vergangenen 50 Jahren immer wieder gemeinsam für die Zukunft der Landwirtschaft und damit auch für die Zukunft der Menschen in Europa eingesetzt", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner am Montag in Berlin. "Die Landwirtschaft hat für die deutsch-französische Versöhnung eine herausragende Rolle gespielt. Auch heute bilden die Politiken für Landwirtschaft und ländliche Räume ein Herzstück für die europäische Zukunft", sagte der französische Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll.
 

Frankreich unterstützt Greening

Im Rahmen der Feierlichkeiten traf sich der französische Agrarminister mit Vertretern der landwirtschaftlichen Verbände zu einem Gespräch zur EU-Agrarreform. "In wesentlichen Punkten der aktuellen EU-Agrarreform steht uns der französische Landwirtschaftsminister inhaltlich deutlich näher als die deutsche Ministerin", stellte AbL-Vorsitzender Voß am Dienstag nach dem Gespräch fest. Anders als Berlin unterstütze die französische Regierung die Vorschläge der EU-Kommission für das Greening der Direktzahlungen. Das Greening soll nach französischem Standpunkt an klare und ökologisch wirksame Leistungen der Bauern gebunden werden. Das umfasst die Anforderung, auf einem nennenswerten Anteil der Betriebsfläche die Bewirtschaftung auf besondere Umweltvorteile auszurichten. Dazu gehöre unter anderem der Anbau von Leguminosen.
 
Auch die Marktregeln im Milchmarkt waren Thema des Gesprächs. "Der französische Minister hat erkennen lassen, dass er molkereiübergreifende Regelungen für notwendig hält, um die Marktposition der Milchbauern gegenüber den Molkereikonzernen zu stärken", kommentierte der AbL-Vorsitzende.
 

Die Zukunft liegt in den Händen der Jugend

Hinter der Idee des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags stand auch die Überzeugung, dass das Lernen voneinander die beste Voraussetzung für gemeinsamen Fortschritt ist. Diesen Gedanken trugen rund 120 Vertreter von Landjugendverbänden aus Frankreich und Deutschland gestern bei einem Jugendworkshop im Rahmen der Internationalen Grünen Woche weiter. Dabei ging es um gemeinsame Visionen für ein Europa mit lebendigen ländlichen Räumen. In bilateralen und zweisprachigen Arbeitsgruppen erarbeiteten die Jugendlichen Empfehlungen, welche wirtschaftlichen, kulturellen und infrastrukturellen Entwicklungen nötig sind, damit der ländliche Raum für junge Menschen attraktiv bleibt. Nach einem intensiven Austausch fassten die Jugendlichen ihre Impulse für die kommenden Jahrzehnte in einem gemeinsamen Empfehlungspapier zusammen, das sie den beiden Ministern Ilse Aigner und Stéphane Le Foll heute überreichen werden.
 

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