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Gesundheit

6 Fakten zur Berufskrankheit Farmerlunge

Farmerlunge
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Katharina Krenn, agrarheute
am
10.08.2018

Während der Ernte sind Landwirte oft einer hohen Staubbelastung ausgesetzt. Diese kann die Atemwege reizen und eine Drescher- oder Farmerlunge hervorrufen.

1. Was ist eine Farmer- oder Drescherlunge?

Eine sogenannte Farmerlunge ist eine allergisch bedingte Entzündung der Lungenbläschen ausgelöst durch eine hohe Staubbelastung. Mediziner nennen Sie exogen allergische Alveolitis (EEX). Die Farmerlunge ist eine für landwirtschaflich Beschäftigte anerkannte Berufskrankheit.

2. Was sind die Symptome einer Farmerlunge?

Die Anzeichen ähneln einem grippalen Infekt. Die Symptome erst zwischen dreieinhalb und zwölf Stunden nach Kontakt mit dem Allergen ein. Die Betroffenen reagieren mit Schüttelfrost, Fieber, Husten und Engegefühl in der Brust. Über Nacht klingen die Beschwerden dann typischerweise wieder ab und treten bei erneutem Kontakt wieder auf.

3. Was sind die Ursachen der Farmerlunge?

Ursache für die Entwicklung einer Farmerlunge sind Schimmelpilz- oder Bakteriensporen, die nach dem Einatmen in die Lungenbläschen geraten und dort zu Entzündungen führen. Solche mikrobiellen Aerosole entstehen vor allem bei Heu- und Erntearbeiten - insbesondere in der Mähdrescherkabine, in Ställen beim Ausbringen von Einstreu, bei der Arbeit mit dem Heugebläse oder auch bei der Futtermittelherstellung im Silo.

4. Was sind die Folgen einer Farmerlunge?

Während die akute Verlaufsform bis zu zwei Tage dauert und die subakute sich bis zu vier Monate hinziehen kann, ist der chronische Verlauf durch einen jahrelangen Krankheitsprozess charakterisiert. „Je länger die Entzündungsreaktion bei Nicht-Behandlung andauert, umso stärker ausgeprägt sind auch die bleibenden Veränderungen am Lungengewebe“, so die Experten von lungenärzte-im-netz.de.

Die immer wiederkehrende allergisch-entzündliche Reaktion führt an der Wand der Lungenbläschen zu einer vermehrten Vernarbung, sodass der Transport von Sauerstoff ins Blut und der Abtransport von Kohlendioxid behindert werden. Langfristig drohen Folgen wie Lungenhochdruck, eine erhöhte Druckbelastung des rechten Herzens und schließlich Rechtsherzversagen.

5. Wie kann man einer Farmerlunge vorbeugen?

Sobald nach Ernte- oder Stallarbeiten grippeähnliche Symptome auftreten, sollte ein Lungenarzt aufgesucht werden. Eine frühzeitige Behandlung der Entzündung kann der Entstehung einer Farmerlunge vorbeugen. Zudem sollten Sie bei Arbeiten mit hoher Staubbelastung Atemschutzmasken tragen. Durch Silage-Fütterung, bei der die Wachstumsbedingungen für Bakterien und Pilze wesentlich schlechter sind, lässt sich die Erkrankungshäufigkeit senken.

6. Was sollten Sie bei einem Verdacht auf Farmerlunge tun?

Wenn der Verdacht auf eine Farmerlunge vorliegt, muss dies der Unfallversicherung gemeldet werden. Diese veranlasst dann eine entsprechende Abklärung und Begutachtung durch Spezialisten. Zudem wird der Betroffene über technische und persönliche Maßnahmen betreffend den Schutz vor krankmachendem Staub informiert.

Mit Material von lungenaerzte-im-netz

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