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7 Fakten zu Hagelgewitter

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Katharina Krenn, agrarheute
am
01.06.2016

Im Spätfrühling und Sommer ist das Risiko von Hagelgewittern am Höchsten. Doch wie entstehen Gewitter und woran erkennt man Hagelwolken? Diese und andere Fakten rund um Gewitter lesen Sie hier.

Gewitter treten vor allem im Spätfrühling und Sommer auf. Eine Gewitterfront kündigt sich durch starke böige Winde an. Damit Gewitter entstehen, müssen zwei Bedingungen vorherrschen:

  • Große Temperaturunterschiede in den Luftschichten über einer Region und
  • eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Laut Klimaforscher hat sich im langjährigen Durchschnitt nicht die Häufigkeit, aber die Heftigkeit der Gewitter und der Hagelschlag durch den Klimawandel erhöht.

So entstehen Gewitterwolken

Gewitter bilden sich, wenn warme, feuchte Luftmassen aufsteigen und eine große vertikale Temperaturabnahme in der Atmosphäre vorhanden ist. Kondensiert der aufsteigende Wasserdampf in den kühleren Luftschichten, so entwickelt sich zunächst eine Haufenwolke (Cumulus = Haufen). Strömt fortlaufend schwüle Luft nach oben, baut sich eine immer größer werdende Gewitterwolke auf - bis hinauf in die höhere, kältere Troposphäre.

Der Blitz entsteht durch Reibungsenergie

Innerhalb der Gewitterwolken herrschen starke Winde. Durch die Reibungsenergie werden gewaltige elektrische Ladungen aufgebaut. Ähnlich wie bei einer Batterie entstehen entgegengesetzte Pole. Die kalte Oberseite der Wolke, in der sich die Eiskristalle bilden, wird immer stärker positiv geladen. Die Unterseite, welche Wassertröpfchen enthält, wird negativ. Ist der Spannungsunterschied groß genug, entlädt sich dieser als Blitz.

Blitz und Donner: Ein Rechenbeispiel

Durch die plötzlich entstehende Hitze, die ein Blitz verursacht, dehnt sich die Luft rasend schnell aus. Dabei erreicht sie mehr als die Schallgeschwindigkeit von 330 m/s. Sie durchbricht mit lautem Knall die sogenannte Schallmauer - es donnert! Blitz und Donner erfolgen immer zeitgleich, jedoch breitet sich  Licht schneller aus als der Schall. Deshalb sehen wir erst den Blitz und hören dann den Donner.
 
Mit einer einfachen Faustregel kann man errechnen, wie weit das Gewitter weg ist. Die Anzahl der Sekunden, die zwischen Blitz und Donner, durch die Zahl 3 geteilt, ergibt die Anzahl der Kilometer. Beispiel: 6 Sekunden : 3 = 2 Kilometer.

So entsteht Hagel

Hagel entsteht bei starken Aufwinden in der Mitte der Gewitterwolke. Durch die Turbulenzen werden die Wassertröpfchen von den unteren wärmeren Schichten immer wieder nach oben gepustet und umgekehrt. In den kalten Schichten gefrieren die Tröpfchen zu Eis, beim Herabfallen in die warmen Schichten lagern sich weitere Wassertröpfchen an. Dies geschieht solange bis die Hagelkörner zu Boden fallen.

Wo tritt Hagel häufig auf

Die Mittleren Breiten und damit auch Deutschland sind vermehrt von Hagelereignissen betroffen. In Deutschland ist das Hagelrisiko insbesondere in Alpen- und Mittelgebirgs-Nähe groß. Im Stuttgarter und Münchner Raum, oberhalb von Frankfurt und in Nordhessen kommen Hagelgewitter am häufigsten vor. Die Tendenz zu extremeren Hagelereignissen wird durch den Klimawandel begünstigt. Der Deutsche Wetterdienst beobachtet seit 2001 eine signifikante Zunahme starker Hagelschläge, vor allem in Süddeutschland.

Daran erkennt man Hagelgewitter-Wolken

Bei einem Hagel-Unwetter braucht es immer eine Gewitterzelle, die besonders hoch in den Himmel ragt, sich sozusagen auftürmt und wie ein Blumenkohl aussieht. Ein herannahendes Hagelgewitter ist auch daran zu erkennen, dass die Wolkenfront oft tiefziehend und sehr dunkel bis schwarz ist. Die Wolken können auch eine grau-grünliche Färbung annehmen.

Schadenspotential je Korngröße

  • ab 1 cm Korngröße (ca. 50 km/h): Verletzungen an Getreiden, Früchten, Schäden an Bäumen
  • ab 2 cm (ca. 70 km/h): Bruch von Gewächshäusern und Oberlichtern
  • ab 3 cm (ca. 90 km/h): Verletzungsgefahr für Kleintiere, Bruch von Tonziegeln und Fensterscheiben, sichtbare Dellen an Fahrzeugen
  • ab 5 cm (ca. 110 km/h): Irreparable Schäden an Fahrzeugen, Zerstörung von Ziegel- und Schindeldächern, Bruch von Metallfensterrahmen
  • ab 6 cm (ca. 120 km/h): Ernsthafte Verletzungsgefahr für Menschen, Zerspringen von Betonziegeln, Auseinanderreißen kleiner Baumstämme
  • ab 8 cm (ca. 140 km/h): Lebensgefahr für Menschen,
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