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Hantavirus

928 Infektionen allein in Baden-Württemberg: Fakten zum Hantavirus

Rötelmaus
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Amelie Grabmeier, agrarheute
am
21.12.2017

Der für den Menschen lebensbedrohliche Hantavirus breitet sich rasant in Deutschland aus. Wir fassen zusammen, was Sie über den Hantavirus wissen sollten.

Der vom Tier auf den Menschen übertragbare und zum Teil lebensgefährliche Hantavirus breitet sich rasant in Deutschland aus. Allein in Baden-Württemberg gab es dieses Jahr 928 Infektionen. Im selben Zeitraum waren es 2016 gerade mal 77 Fälle. In Süd- und Westdeutschland wird der Hantavirus vorwiegend von Rötelmäusen übertragen. Im Norden des Landes kommt auch die Brandmaus als Virusüberträger infrage.

Auftreten: Wie kommt es zu der Häufung von Hantavirus-Infektionen in Deutschland?

2016 fiel der Buchenertrag besonders gut aus - so konnten genau die Rötelmäuse, die sich sehr gerne von Bucheckern ernähren, einen besonders großen Vorrat für das Überwintern und für die Aufzucht des Nachwuchses sammeln. Daher gibt es im Jahr 2017 besonders viele Nager und daher auch viele Fälle von Hantavirus-Infektionen.

Ansteckung: Wie wird der Hantavirus auf den Menschen übertragen?

Der Hantavirus kommt in Nagetieren, vor allem in Mäusen und Ratten, vor. Die infizierten Tiere scheiden die Erreger über Speichel, Urin und Kot aus. Sie können sich mit dem Hantavirus anstecken, wenn sie die Erreger einatmen oder verletzte Haut mit kontaminierten Materialien (z.B. Staub, Böden) in Verbindung kommt. Dies passiert zum Beispiel, wenn Sie sich im Stall oder in Wald und Feld aufhalten. Auch eine Übertragung durch Bisse oder durch Lebensmittel, die mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere kontaminiert wurden, ist möglich. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung findet bei den in Europa vorkommenden Hantaviren nicht statt.

Symptome: Wie äußert sich eine Infektion mit Hantaviren?

Es beginnt mit hohem Fieber, das meist für drei bis vier Tage anhält. Dazu treten grippeähnliche Symptome auf, zum Beispiel Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und Husten. Anschließend kann es zu einem Blutdruckabfall und zu Nierenproblemen kommen. Im schlimmsten Fall führt es zum Nierenversagen.

Therapie: Wie kann man eine Hantavirus-Infektion behandeln?

Es gibt keine spezifische Behandlung, lediglich gegen die Beschwerden lässt sich etwas unternehmen. In schweren Fällen muss die Nieren- und Lungenfunktion unterstützt werden.

Prophylaxe: Wie kann man einer Ansteckung mit Hantaviren vorbeugen?

  • Vermeiden Sie Kontakt zu Nagetieren und ihren Ausscheidungen.
  • Bewahren Sie Lebensmittel in verschließbaren Behältern auf.
  • Werfen Sie den Abfall in die Mülltonne und nicht auf einen Komposthaufen.
  • Sind Mäuse in Haus oder Wohnung eingedrungen, sollten Sie diese schleunigst wieder loswerden.
  • Haben Sie die Nager mit einer Falle gefangen, dann ziehen Sie Einmalhandschuhe an und setzen einen Mundschutz auf. Besprühen Sie Falle und Tier mit Desinfektionsmittel, damit kein Staub aufgewirbelt wird.
  • Das tote Tier gehört am besten in einen Plastikbeutel, der verschlossen in die Mülltonne kommt. Reinigen Sie anschließend mit Handschuhen alle benutzten Gerätschaften.
  • Wer den Keller oder Dachboden von Dreck befreien will, sollte erstmal gründlich lüften. Nehmen Sie keinen Staubsauger zur Hand, sondern putzen Sie die Flächen nass. Waschen Sie sich anschließend die Hände mit Wasser und Seife.

Im Fall einer möglichen Ansteckung mit Hantaviren: Was ist zu tun?

Sollten Sie plötzlich Symptome wie hohes Fieber oder grippeähnliche Beschwerden verspüren, die auch auf eine Ansteckung mit Hantaviren hinweisen können, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Die Infektionskrankheit ist in Deutschland meldepflichtig.

Mit Material von Ausburger Allgemeine, Robert Koch Institut, Apotheken Umschau

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