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Wirtschaft

Absatzeinbruch am Mischfuttermarkt erwartet

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Katharina Krenn, agrarheute
am
17.09.2015

Die schlechten Perspektiven der Nutztierhalter färben allmählich auf das Futtermittelgeschäft ab. Die Hersteller befürchten einen Absatz-Einbruch für die zweite Hälfte des Kalenderjahres 2015.

Die deutschen Mischfutterhersteller haben im Getreidewirtschaftsjahr 2014/2015 ein hohes Absatzergebnis erzielen können. Mit 24,18 Millionen Tonnen Mischfutter im Zeitraum von Juli 2014 bis Juni 2015 wurde das Rekordniveau aus dem Vorjahr (24,26 Millionen Tonnen) nur knapp verfehlt. Angesichts der seit Monaten angespannten Marktsituation auf den tierischen Veredlungsmärkten sehen die Futtermittelunternehmen aber mit Sorge die Entwicklungen auf den Absatzmärkten ihrer Kunden.
 
Allgemein wird befürchtet, dass sich aufgrund der momentan fehlenden Absatzkanäle für die erzeugten tierischen Lebensmittel im In- und Ausland ein Produktionsrückgang in der heimischen Nutztierhaltung vollziehen wird.
 

Stabiler Preisverlauf

Entgegen der vor Erntebeginn befürchteten knapperen Versorgungslage auf den Getreidemärkten hat sich in den vergangenen Wochen eine auskömmliche Rohstoffsituation gebildet. Getreide war im abgelaufenen Wirtschaftsjahr mit knapp 49 Prozent der der wichtigste Ausgangsbestandteil bei Mischfutter. Dies werde auch so bleiben, heißt es von Seiten des Verbands für Tiernahrung. Zusätzlich zeichne sich eine komfortable Verfügbarkeit für Proteinfuttermittel ab, vor allem bei den Sojaprodukten.
 
Viele Mischfutterhersteller konnten sich im Ernteverlauf gut mit Rohware eindecken. Gravierende Preisausschläge auf den Einzelfuttermittelmärkten werden von der Branche momentan nicht erwartet. Insgesamt deutet sich bei dem Mischfutterabsatz ein stabiler Preisverlauf für die kommenden Monate an.
 

Absatz nach Sortenbereichen:

Die einzelnen Sortenbereiche im Mischfuttergesamtsegment haben im Getreidewirtschaftsjahr 2014/2015 einen unterschiedlichen Absatzverlauf im Vergleich zum Vorjahr genommen:
  • Schweinemischfutter bleibt unverändert die bedeutendste Produktsparte. Die amtlichen Daten weisen hierfür eine marginale Mengensteigerung aus. Es kann insgesamt von einer stabilen Marktsituation im vergangenen Wirtschaftsjahr gesprochen werden.
  • Anders sieht es beim zweitwichtigsten Bereich, dem Rindermischfutter aus. Dieser ist stark von der Milchleistungsfutterproduktion geprägt. Die Nachfrage hat hier vor allem in der zweiten Wirtschaftsjahreshälfte spürbar nachgelassen.
  • Für Geflügelfutter ergeben sich verschiedene Verlaufsformen: Die Legehennenfutterproduktion konnte wiederholt an Menge zulegen, der Mastgeflügelfutterbereich hingegen stagniert seit gut zwei Jahren und verfehlte das Vorjahresergebnis knapp.
 
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