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Wirtschaft

Absatzförderung: EU-Kommission gibt 111 Mio. Euro frei

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
14.10.2015

Brüssel - Die EU-Kommission hat für nächstes Jahr eine Absatzförderung für bäuerliche Agrarerzeugnisse in Höhe von 111 Millionen Euro verabschiedet. Auch Erzeugerorganisationen sollen stärker davon profitieren.

Frachtschiff
Unter dem Motto "Enjoy, it's from Europe" können mit den Geldern Informations- und Absatzförderkampagnen in Drittländern finanziert werden. Davon sollen insbesondere jene Sektoren profitieren, die unter einer derzeit schwierigen Marktlage leiden, wie Milch und Schweinefleisch. Zudem wird der EU-Kofinanzierungsschlüssel von 50 auf 70 bis 80 Prozent (bis zu 85% für Griechenland und Zypern) erhöht; gleichzeitig entfällt die nationale Kofinanzierung, wodurch gleiche Bedingungen in allen Mitgliedstaaten geschaffen werden.
 
Der Verwaltungsaufwand während des Auswahlverfahrens soll erheblich reduziert werden, was die Antragstellung vereinfacht. Auf diese Weise wird dazu beigetragen, die für die Absatzförderung verfügbaren EU-Haushaltsmittel schrittweise von 61 Mio. Euro im Jahr 2013 auf 200 Mio. Euro im Jahr 2019 aufzustocken. Die entsprechenden Rechtstexte hat die EU-Kommission am Dienstag beschlossen.

Hogan will Exportoffensive starten

"Europäische Agrarerzeugnisse und Lebensmittel haben auf dem Weltmarkt eine Spitzenposition inne. Die Ausfuhren im Wert von 110 Milliarden Euro stellen für die ländlichen Gebiete ganz Europas eine Quelle von Arbeitsplätzen und Wachstum dar", erklärte EU-Agrarkommissar Phil Hogan. Die nun bereitgestellten 111 Mio. Euro sollen laut Hogan dabei helfen, neue Märkte zu erschließen und die Präsenz auf den vorhandenen Märkten auszubauen. "In den kommenden Monaten werde ich eine diplomatische Offensive starten und Handelsdelegationen anführen, um den Erzeugern aus der EU weltweit neue Chancen zu eröffnen", führt Hogan aus.

Teil des Förderpakets Milch/Schwein

Das Programm von 2016 betrifft eine Liste von ausgewählten Drittländern, in denen das höchste Wachstumspotenzial insbesondere in denjenigen Sektoren zu verzeichnen ist, die mit einer besonders schwierigen Marktlage konfrontiert sind (zum Beispiel Milch und Schweinefleisch). Vom Gesamtbetrag wurden im Rahmen des von Hogan Anfang September angekündigten Förderpakets 30 Mio. Euro eigens für Absatzförderungsmaßnahmen in diesen beiden Sektoren bereitgestellt.
 
Ab dem kommenden Jahr gehören auch Erzeugerorganisationen zum Kreis der förderfähigen Begünstigten. Zudem wird die Palette von Erzeugnissen breiter, die von der Förderung profitieren können und umfasst dann auch verarbeitete Agrarnahrungsmittel wie Brot, Teigwaren und Schokolade.  
 
Die Exportförderung der EU geht nach Ansicht von DBV-Präsident Joachim Rukwied in "die richtige Richtung". Die Finanzmittel seien aufgestockt worden, ebenso wie die EU-Kofinanzierungsrate. Doch Deutschland nutze diese Mittel zu wenig, kritisiert Rukwied. "Die nationale Bündelung ist nach dem Ende der CMA nicht ausreichend. Das Bundeslandwirtschaftsministerium und die Exportwirtschaft müssen aktiver werden", fordert der DBV-Präsident.

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