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Umweltalarm

Absperrschieber defekt: Tausende Liter Gülle ausgelaufen

© NABU-Oberberg
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Eva Eckinger , agrarheute
am
25.01.2016

In Nordrhein-Westfalen führte ein durch Kälte beschädigter Güllebehälter zu einem Großeinsatz. Tausende Liter Gülle liefen unbemerkt auf Acker- und Moorflächen. Das Umweltbundesamt löste Alarm aus.

Wie der nordrhein-westfälische Landkreis Minden-Lübbecke auf seiner Homepage mitteilte, war nach einem Gülle-Unfall in Hille-Rothenuffeln ein Umweltalarm ausgerufen worden.

Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb waren in der Nacht wohl mehrere tausend Liter Gülle aus einem Güllebehälter ausgelaufen. Die Neue Westfälische spricht von rund 300.000 Litern

Erdwälle zur Eindämmung der Gülle

Wie der Kreis mitteilt, habe der Landwirt den Schaden erst am frühen Morgen bemerkt und dann umgehend die Feuerwehr alarmiert. Zudem habe er als Sofortmaßnahme zur Eindämmung der Gülle zwei Erdwälle aufgeschüttet. Einer dieser Wälle war kurzzeitig gebrochen und wurde erneuert.

Umweltalarm: Ackerflächen und Weserzufluss verseucht

Neben dem Betriebsgelände sind Ackerflächen sowie möglicherweise auch ein Seitengraben des Weserzuflusses Bastau betroffen. Aus diesem Grund löste das Umweltamt des Kreises Minden-Lübbecke Umweltalarm aus.

Untersuchungen auf Güllebelastung in de Weser

Mehrere Mitarbeiter des Amtes begleiteten die Feuerwehr auf der Unglücksstelle und veranlassten entsprechende Maßnahmen zur Schadensminderung, wie Dr. Beatrix Wallberg, Leiterin des Umweltamtes, auf der Homepage des Kreises berichtet. Zudem wurde der Weserzufluss Bastau von der Mündung in die Weser bis zur Unglücksstelle umgehend untersucht, um eventuelle Belastungen zu überprüfen.

Gülle-Unfall unter Kontrolle

Von offizieller Kreisseite hieß es nun, dass der Unfall unter Kontrolle sei. Die Voraussetzungen, die zum Umweltalarm geführt hatten, lägen nicht mehr vor. Die ausgelaufene Gülle konnte abgepumpt werden. Da die Sauerstoffsättigung der Bastau über die ganze Länge unverändert sei, lasse sich keine Belastung durch den Gülleunfallableiten.

Der Graben werde nun mithilfe mehrerer Tankwagen komplett abgepumpt sowie gespült.

Wegen Kälte geplatzt: 300.000 Liter Gülle laufen auf Acker

Vermutlich aufgrund der Kälte war der Absperrschieber am Güllebehälter geplatzt, so die Neue Westfälische. Die Zeitung berichtet zudem von rund 300.000 Liter ausgelaufener Jauche. Ob Teile des verunreinigten Ackers abgetragen werden müssen, stehe momentan noch nicht fest. Zur Schadenshöhe konnten noch keine Angaben gemacht werden.

Verheerender Gülleunfall

Mit Amphibienzäunen versucht man, die Todeszahlen etwas einzugrenzen. © Volker Leipzig
Dieses Bachneunauge hat die Gülleflut nicht überlebt. Sie zählen zu den bedrohten Tierarten. © Volker Leipzig
Über den Neyebach breitete sich die Flüssigkeit aus. © NABU-Oberberg
Eine braune Brühe fließt durch den Wald. © NABU-Oberberg
Weißer Schaum bildet sich im verschmutzten Gewässer. © NABU-Oberberg
Das Naturschutzgebiet trägt schwere Schäden davon. © NABU-Oberberg
Eine Erholung der Flora und Fauna wird viele Jahre dauern. © Volker Leipzig
Tote Fische am Ufer. © Volker Leipzig
Karpfen, Brachsen, Forellen und andere Fischarten ersticken in der Brühe. © Volker Leipzig
Für die Fische kommt jede Hilfe zu spät. © Volker Leipzig
Mit dem Kescher werden die toten Tiere aus dem Gewässer gefischt. © Volker Leipzig
Fische verenden qualvoll an Sauerstoffmangel. Sie ersticken. © Volker Leipzig
Das THW ist voll im Einsatz. © Volker Leipzig
Mitarbeiter versuchen, die Schäden etwas einzudämmen. © Volker Leipzig
Ein Schluck aus dem Bach kann zum Verenden führen, wie bei diesem Fuchs. © Volker Leipzig
Auch dieser Grasfrosch überlebte das Unglück nicht. © Volker Leipzig
Schaum und stinkende Brühe im Neyebach. © NABU-Oberberg
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