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Wirtschaft

Ackerlandpreise in Polen gestiegen

AgE
am
22.05.2013

Warschau - In Polen lagen die Preise für landwirtschaftliche Flächen zu Beginn dieses Jahres deutlich über dem Vergleichsniveau von 2012.

Wie die staatliche Agentur für Landwirtschafts-Immobilien (ANR) bekanntgab, wurden im ersten Quartal 2013 für einen Hektar durchschnittlich 18.835 Zloty (4.528 Euro) gezahlt; das waren 8,3 Prozent mehr als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Gegenüber dem Zeitraum Oktober bis Dezember 2012 verbilligten sich die Agrarflächen jedoch um 6,9 Prozent.
 
Zu diesem Preisrückgang hat laut Angaben der ANR aber beigetragen, dass zum Jahresauftakt 2013 mehr Areale in Regierungsbezirken mit verhältnismäßig niedrigen Preisen privatisiert worden sind. So entfielen im ersten Quartal 36 Prozent der insgesamt verkauften 26.000 Hektar auf Westpommern, Ermland-Masuren und Podlachen, wo durchschnittlich nur 16.000 Zloty je Hektar (3.845 Euro) erlöst wurden.

Galloppierende Preise in anderen Regionen

Weit höhere Preise wurden in anderen Regionen erzielt. Im Bezirk Schlesien, der im Wesentlichen Oberschlesien umfasst, wurden für den Hektar im Mittel 29.700 Zloty (7.137 Euro) gezahlt, in Großpolen 26.800 Zloty (6.440 Euro) und in Kujawien-Pommern 22.500 Zloty (5.406 Euro). Am billigsten waren landwirtschaftliche Flächen im Bezirk Lublin zu erwerben, nämlich für 11 500 Zl/ha (2 763 Euro) im Schnitt. Außerdem wurden der ANR zufolge im Berichtsquartal mehr kleinere, und damit relativ betrachtet preiswertere Grundstücke privatisiert. Flächen mit bis zu 10 Hektar hätten einen Anteil von 90 Prozent ausgemacht.

EU-Beitritt: Bodenpreise im Vergleich

Seit dem EU-Beitritt Polens im Jahr 2004 sind die Preise für landwirtschaftlichen Grund in dem Land stark gestiegen, bis Ende 2012 um durchschnittlich 286 Prozent. Besonders stark fielen die Aufschläge in den Bezirken Niederschlesien mit 330 Prozent und Oppeln mit 382 Prozent aus. Zum Vergleich: In Ostdeutschland erhöhten sich die Kaufwerte für landwirtschaftliche Grundstücke im Zeitraum 2004 bis 2011 um durchschnittlich 88 Prozent, wobei Thüringen mit 50 Prozent das untere und Brandenburg mit 150 Prozent das obere Ende bildeten. In Westdeutschland belief sich das mittlere Preisplus in derselben Zeit auf 17 Prozent; Schleswig-Holstein verzeichnete dabei mit 51 Prozent den kräftigsten Aufschlag.
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