Login
Politik national

Änderung des Weingesetzes beschlossen

von , am
08.05.2012

Berlin - Die Bundesregierung hat in ihrer Kabinettsitzung den vom Bundesagrarministerium vorgelegten Entwurf eines Siebten Gesetzes zur Änderung des Weingesetzes beschlossen.

Die deutschen Winzer sind mit der Qualität des Jahrgangs zufrieden. © Mühlhausen/landpixel
Regionale Unterschiede im deutschen Weinbau sollen künftig besser berücksichtigt werden können. Das ist ein wesentliches Ziel des vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgelegten Entwurfs eines Siebten Gesetzes zur Änderung des Weingesetzes, den die Bundesregierung beschlossen hat. Interessierten Winzern soll die Möglichkeit gegeben werden, ihre Weine aus Einzel- oder Steillagen zusätzlich aufzuwerten.
 
Dem Agrarressort zufolge sieht die Novelle vor, dass die Bundesländer die besonderen Anbaubedingungen für jene Weine gezielter festlegen können, die aus kleineren geographischen Einheiten als dem Anbaugebiet, zum Beispiel Einzellagen oder Bereiche, stammen oder unter erschwerten Bedingungen in Steillage oder Terrassenlage erzeugt werden. Damit schaffe die Bundesregierung die notwendigen Voraussetzungen, dass deutsche Weine noch besser und klarer gekennzeichnet würden, betonte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundeslandwirtschaftsministerium, Peter Bleser.

Besondere Anbaubedingungen

Das Bundeslandwirtschaftsministerium wies im Begründungstext zu dem Änderungsgesetz darauf hin, dass keine Einigung im Weinsektor im Hinblick auf eine Änderung des Hangneigenwinkels bei Steillagen oder Terassenlagen bestehe. Die Qualität der in Steil- oder Terassenlage erzeugten Weine könnte aber zum Beispiel dadurch hervorgehoben werden, dass der Anbau auf bestimmte Rebsorten oder der Hektarhöchstertrag beschränkt werde. An diesem Mittwoch befasst sich der des Ernährungsausschusses des Bundestages in einer öffentlichen Anhörung mit der geplanten Novelle des Weingesetzes und ihren Auswirkungen auf die Weinwirtschaft.

Angabe "b. A." wird gestrichen

Der Gesetzesvorlage zufolge soll die heimische Weinwirtschaft außerdem die Möglichkeit erhalten, Qualitäts- und Prädikatsweine künftig mit einem alten Kataster- oder Gewannnamen zu bezeichnen, der zuvor nach einem landesrechtlich geregelten Verfahren in die Weinbergrolle eingetragen worden ist. Darüber hinaus werden unklar formulierte Begrifflichkeiten in dem Gesetz aufgehoben und an die im EU-Recht enthaltenen Definitionen angepasst. So wird die Angabe "b. A." für "bestimmte Anbaugebiete" bei Qualitätswein im Weingesetz gestrichen, da gemeinschaftsrechtlich kein Unterschied mehr zwischen "Qualitätswein" und "Qualitätswein b. A." besteht.

Präzisere Definition für Eiswein

Klargestellt wird, dass Eiswein aus Trauben gewonnen werden muss, die bei hartem Frost mit Temperaturen von weniger als 7 °C geerntet werden. Bislang hieß es nur, dass die Trauben bei ihrer Lese gefroren sein müssen. Schließlich legt die Novelle fest, dass bei der Umrechnung der von anderen Betrieben übernommenen Mengen von Weinerzeugnissen künftig auch Jungwein einbezogen wird. Der Bund soll eine Ermächtigung erhalten, das Umrechnungsverfahren zu regeln. Die bisherige Unterscheidung zwischen Jungwein und teilweise gegorenem Traubenmost sei in der Praxis schwierig zu treffen, so dass eine Gleichbehandlung beider Weinerzeugnisse bestehende Unsicherheiten ausräume und zugleich die Kontrolle erleichtere, begründete das Bundeslandwirtschaftsministerium diese Änderung.
Auch interessant