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Interview

Ärger unter Landwirten: Bekommt Annika Ahlers Bauernbox Konkurrenz?

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am Freitag, 26.11.2021 - 14:05 (Jetzt kommentieren)

Erfolgreiche Vermarktungskonzepte zu finden treibt Direktvermarkter ständig um. Ein Weg, um Kunden zu erreichen, ist der Online-Hofladen Bauernbox von CeresAward-Finalistin Annika Ahlers. Doch ihr Projekt könnte bald Konkurrenz vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband bekommen.

Selbstgemachter Kartoffelsalat, Bratwurst vom Deutschen Angus Rind und Arabische Linsensuppe: das alles und noch vieles mehr bekommen die Kunden der Bauernbox.

Den Web-Hofladen hat die gelernte Landwirtin Annika Ahlers aus Münster für Erzeuger aus der Region konzipiert und mittlerweile in eine Genossenschaft vereint: die Münsterländer Bauernbox eG. Kunden können sich hier aus über 500 verschiedenen Artikeln von 31 Produzenten eine individuelle Box zusammenstellen lassen. Die Unternehmerin möchte damit den Produzenten in ihrer Region einen neuen Vertriebszweig bieten. Doch nun bekommt die 27-Jährige, die es mit ihrem Konzept bis ins Finale des CeresAward 2020 geschafft hat, angeblich Konkurrenz vom lokalen Bauernverband. agrarheute verrät sie exklusiv, was an dem Gerücht dran ist.

Annika, wir haben gehört, dass der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) eine Vermarktungsplattform ähnlich der Bauernbox aufbauen will. Weißt du mehr darüber?

In diesem Punkt wird zurzeit ganz viel angedeutet und ich wurde schon von mehreren Seiten darauf angesprochen. Konkrete Informationen habe ich allerdings bisher nicht, weswegen ich das Gespräch aktiv mit dem WLV gesucht habe.

Leider hast du da noch keinen Erfolg gehabt. Was hältst du davon?

Mir geht es bei der ganzen Sache nicht um persönliches Belangen. Ich muss nicht in der ersten Reihe stehen. Stattdessen geht und ging es mir immer um den Aufbau eines neuen Vertriebswegs. Mir ist einfach daran gelegen, dass wir in der Landwirtschaft Aufsehen erregen und mehr Wertschöpfung auf die Betriebe holen. Wenn es dem WLV nun gelingt, dann sage ich daher herzlichen Glückwunsch. Die Art und Weise finde ich dennoch nicht in Ordnung. Es muss doch nicht sein, dass wir uns in der Branche gegenseitig konkurrieren.

Wie geht es denn jetzt mit der Bauernbox weiter?

Zunächst werden wir weiter versuchen, mit dem WLV in den Austausch zu kommen. Darüber hinaus sind wir in verschiedenen Kooperationen in der Ausarbeitung der Weiterentwicklung der Münsterländer Bauernbox eG beteiligt. Hier ist es das Ziel, über Lebensmittel hinaus ein Vertriebskonzept für die Region aufzubauen. Wir bleiben dran und haben eine Vision. Wir wollen aus Bauernhand einen direkten Vertriebsweg aufbauen, der für Transparenz in der Lebensmittelkette und faire Wertschöpfung sorgt.

So reagiert der WLV auf die Vorwürfe der Bauernbox

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband möchte sich auf Nachfrage von agrarheute nicht zum Sachverhalt äußern. Pressesprecher Hans-Heinrich Berghorn sagt lediglich: „Mehr Wertschöpfung in Richtung der Produzenten zu bekommen, ist ein Dauerthema.“ Und das sei unabhängig von bereits bestehenden Vermarktungsplattformen.

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