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Gesundheitsversorgung

Ärztemangel: Der Landarzt der Zukunft

Landarzt bei einer Videosprechstunde mit dem Laptop
am Donnerstag, 04.03.2021 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

In strukturschwachen Regionen stehen immer mehr Landarztpraxen leer. Neue Konzepte für die Gesundheitsversorgung der Landbevölkerung müssen her.

2019 blieben rund 3.300 Niederlassungen für Hausärzte bundesweit unbesetzt, bei Fachärzten waren es gut 1.900 Sitze. Im Saarland und in Sachsen-Anhalt blieb mehr als jeder zehnte Arztsitz unbesetzt. Auch in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern ließen sich deutlich weniger Hausärzte nieder als notwendig. Und das Problem spitzt sich weiter zu - insbesondere im ländlichen Raum.

Laut einer aktuellen Prognose der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen wird die Zahl der Hausärzte im Land bis zum Jahr 2035 von jetzt 5.044 auf rund 3.750 sinken. Denn viele Landärzte stehen kurz vor der Rente. Und sie finden oft keinen Nachfolger.

Landarztpraxis ist nicht attraktiv

Die Gründe für den Ärzteschwund am Land sind vielfältig. Aber eins ist klar: Für viele Mediziner ist eine eigene Landarztpraxis nicht attraktiv. Dabei ist es nicht immer eine Entscheidung gegen das Landleben. „Im Verhältnis zu den hohen Investitionen sind die Erlöse für niedergelassene Hausärzte geringer als bei Ärzten, die angestellt sind. Aber vor allem sind die bürokratischen Hürden und Auflagen für Landärzte einfach zu hoch", sagt Dr. Karen Hendrix, die sich gegen die Übernahme einer Landarztpraxis entschied.

Landarztquote hilft nicht akut

Das Problem ist nicht neu. Bund, Länder und Kommunen versuchen mittlerweile gegenzusteuern. Immer mehr Länder führen eine sogenannte Landarztquote ein und vergeben eine gewisse Anzahl an Studienplätzen nur unter der Bedingung, einige Zeit als Arzt in einer medizinisch unterversorgen Region zu arbeiten. Doch bis die Landarztquote spürbare Effekte zeigt, werden mehr als zehn Jahre vergehen, so die Prognose einer Studie der Universität Hannover.

Landarztpraxis ist ein Auslaufmodell

Die kleine Landarztpraxis scheint ein Auslaufmodell. Der angehende Allgemeinarzt Frank Schneider plant, sich nach seiner Facharztausbildung in einer Gemeinschaftspraxis niederzulassen. „Das macht mir den Einstieg deutlich einfacher.“ Gemeinschaftspraxen sind für Ärzte meist attraktiver als eine eigene Niederlassung, die mit großen Investitionen verbunden ist. „Das schreckt schon viele ab“, so Schneider. Flexiblere Arbeitszeiten und den fachlichen Austausch, das schätzt Schneider an der Gemeinschaftspraxis.

Arztpraxis der Zukunft

Weitere Alternativen zur Landarztpraxis sind medizinische Versorgungszentren (MVZ) oder kommunale Gesundheitszentren nach dem Vorbild Skandinaviens. Beim skandinavischen Modell schließen sich unterversorgte Gemeinden zusammen und gründen einen Praxisverbund in Form einer Genossenschaft.

Im Hochschwarzwald läuft dazu gerade ein Modellprojekt unter dem Namen „Ambigoal“. „Die Arztpraxis der Zukunft“, so nennt es der Projektleiter, Dr. Armin Pscherer. Die Lösung: „Nicht an jedem Praxisstandort muss ein Arzt vor Ort sein.“ In den unbesetzten Praxen der Region stellt die kommunale Genossenschaft medizinische Fachangestellte ein, die eine lokale medizinische Versorgung sicherstellen: für kleinere Beschwerden oder zur Gesundheitsvorsorge. „Für schwierige Fälle sind sie digital an die Ankerpraxis angebunden, in der ein Arzt sitzt.“

Digitale Lösungen und Telemedizin sollen den fachlichen Austausch erleichtern. „Videosprechstunden werden in Zukunft nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel sein.“

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