Login
Politik international

Äthiopien: Bleser legt Grundstein für Agrarausbildungszentrum

von , am
26.08.2011

Kulumsa - Äthiopische Fachkräftige sollen künftig in modernen landwirtschaftlichen Produktionsverfahren geschult werden. Staatssekretär Peter Bleser hat den Grundstein für ein Bildungszentrum gelegt.

Um die Produktivität zu steigern, benötigten afrikanische Bauern modernere Landtechnik, so ACGO. © Mühlhausen/landpixel
Das Bundeslandwirtschaftsministerium will die Agrarausbildung in Äthiopien. Im Rahmen einer Afrika-Reise hat der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundeslandwirtschaftsministerin, Peter Bleser, den Grundstein für ein neues Agrarausbildungszentrum in Äthiopien gelegt.
 
Das neue Ausbildungszentrum wird etwa 200 Kilometer südöstlich von Addis Abeba eingerichtet. Mehr als zwei Millionen Euro stehen zur Verfügung, um äthiopische Fachkräfte in modernen landwirtschaftlichen Produktionsverfahren, der Maschinenanwendung und in der Unternehmensführung zu schulen.
 
Zielgruppe des Projekts sind Landwirte sowie das Personal von Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen. Das Projekt wird gemeinsam mit deutschen Unternehmen durchgeführt, die einen Teil der Projektkosten tragen sowie Maschinen, Saatgut und Pflanzenschutzmittel zur Verfügung stellen.

Ursachen der katastrophalen Versorgungslage bekämpfen

"Landwirtschaft und ländliche Entwicklung in den Entwicklungsländern wurden in den beiden vergangenen Jahrzehnten bei der Entwicklungspolitik vernachlässigt. Wir rücken beides wieder stärker in den Fokus des deutschen Engagements", sagte Bleser am Mittwoch in Kulumsa (Äthopien).
 
Derzeit leiste die Bundesregierung zusammen mit vielen anderen Nationen Nothilfe, um die katastrophale Versorgungslage und den Hunger der Menschen mildern zu helfen. "Das ist das Gebot der Stunde. Mittel- und langfristig muss es jedoch darum gehen, die Ursachen solcher Katastrophen zu bekämpfen", so Bleser.
 
Landwirtschaftliches Know-How vermitteln
 
Dazu gehöre auch die zum Teil schlechte Entwicklung der Landwirtschaft in den Krisenregionen. "Die Probleme der Ernährungssicherung in Afrika lassen sich langfristig nur durch eine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion lösen. Hierzu müssen die Regierungen der Industrieländer und Afrikas künftig auf Augenhöhe eng und partnerschaftlich kooperieren. Ein Schlüssel liegt in der Vermittlung von modernen und nachhaltigen Produktionsverfahren und dem Transfer von landwirtschaftlichem Knowhow", sagte Bleser. Investitionen in Beratung, Ausbildung sowie Agrarforschung seien dabei genauso wichtig wie das Recht auf eigenes Land. 

Weitere Saatgut- und Pflanzenzüchtungsprojekte angekündigt
 
Bleser kündigte bei seinem Besuch weitere Projekte in der Region an. So soll die äthiopische Landwirtschaft im Saatgutbereich und insbesondere in der Pflanzenzüchtung unterstützt werden. Hierzu werden seitens des BMELV kurzfristig Mittel bereit gestellt, um die bäuerliche Saatgutproduktion noch in diesem Jahr zu unterstützen. Mittelfristig soll zudem die Entwicklung trockentoleranter Pflanzensorten gefördert werden. Dazu wird rund eine weitere Million Euro bereit gestellt. "Im engen Schulterschluss mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit wollen wir landwirtschaftliches Fachwissen stärker in die Entwicklungszusammenarbeit einbringen", sagte Bleser.

Bleser wird neben Mitgliedern des Deutschen Bundestages, Vertretern von Nichtregierungsorganisationen und einer Wirtschaftsdelegation von agrarheute.com-Redakteur Hermann Krauß begleitet. Auf agrarheute.com sehen Sie in Kürze ein Video von der Reise.
Auch interessant