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Gerichtsurteil

Affen-Selfie: Klatsche für PeTA

Gerichtsurteil Peta
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Sabine Leopold, agrarheute
am
24.04.2018

Jahrelang hat PeTA gegen einen Fotografen geklagt, angeblich im Namen eines Affen, der ein Selfie geschossen hatte. Jetzt gibt es ein neues Urteil. Und PeTA muss tief in die Tasche greifen.

Der Fotograf David Slater kann aufatmen. Jahrelang und durch mehrere Instanzen hindurch hatte die Tierrechtsorganisation PeTA in den USA versucht, dem Briten die Rechte an einem Bild streitig zu machen.

Slater hatte 2011 in Indonesien eine Gruppe Schopfmakaken über Tage geduldig verfolgt und fotografiert. Dabei startete er ein Experiment: Er positionierte die Kamera und ließ die neugierigen Affen mit der Technik spielen. Am Ende löste einer tatsächlich den Verschluss aus. Entstanden war ein urkomisches Foto, das im Internet sofort viral ging.

Kosten bis zum Ruin

Slater, auf dessen Idee die ganze Geschichte schließlich beruhte, begann das Bild zu vermarkten. Doch bald sah er sich einer Klage von PeTA ausgesetzt: Das Bild sei geistiges Eigentum des Makaken, den man inzwischen Naruto getauft hatte und für den die Organisation angeblich nun die Rechte einforderte.

Die Prozesse der Folgejahre (Gerichtsstandort waren die Vereinigten Staaten, weswegen der Brite Unsummen an Reise- und Anwaltskosten auf sich nehmen musste) haben Slater in den Ruin getrieben. Schließlich einigte man sich auf einen Vergleich: Für 25 Prozent der Einnahmen aus der Fotovermarktung zugunsten des Makakenschutzes in Indonesien erklärte sich PeTA bereit, die für den Fotografen ruinöse Klage zurückzuziehen. Auf den Anwaltskosten wäre der Mann jedoch sitzengeblieben.

Ideologie durchschaut

Das Bundesberufungsgericht in San Francisco jedoch hat diese Abmachung jetzt gekippt, die PeTA-Klage abgeschmettert und den Verein dazu verdonnert, Slaters Anwaltskosten zur Gänze zu tragen.

In ihrer Begründung machten die Richter deutlich, was sie von der PeTA-Klage hielten: "Peta scheint Naruto [...] für seine ideologischen Zwecke zu benutzen."

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