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Ernährung und Gesundheit

Agrar-Demos bewegen Berlin: "Wir machen Euch satt"

hek
am
18.01.2015

Die Landwirtschaft bestimmte am Samstag das Straßenbild von Berlin. Neben der Großdemo "Wir haben es satt" formierten sich zum ersten Mal auch hunderte Landwirte unter dem Motto "Wir machen Euch satt".


Laut Polizeiangaben formierten sich rund 25.000 Demonstranten (laut Veranstalter 50.000) formierten sich am Potsdamer Platz um ihren Unmut über eine "industrielle" Landwirtschaft Luft zu machen. Angeführt wurde der "Wir haben es satt"-Zug von einem Traktorenkonvoi mit über 90 Fahrzeugen. Bereits zum fünften Mal zog das Bündnis aus Tier-, Natur- und Umweltschützern, Landwirten und Verbrauchern Richtung Kanzleramt. Die Themenpalette reicht dabei vom Kampf gegen Tierfabriken, die Gentechnik und Lebensmittelskandale bis hin zum Widerstand gegen das geplante Freihandelsabkommen TTIP.
 
Gegen pauschale Verurteilungen setzten sich am Samstag vormittag laut Polizeianagebnen um die 600 Landwirte (laut Veranstalter um die 1.000) vor dem Berliner Hauptbahnhof zur Wehr. Die Landwirte hatten sich in den letzten Wochen im Internet zu dem Flashmob "Wir machen euch satt" verabredet. Die facebook-Seite frag doch mal den Landwirt sammelte innerhalb weniger Woche mehr als 7.000 "gefällt mir"-Klicks. Mit-Organisator Marcus Holtkötter freute sich über die rege Teilnahme an der Demonstration. Die Idee und deren Verbreitung geschah innerhalb weniger Tage ausschließlich über soziale Netzwerke. Die Teilnehmer kamen aus allen Regionen Deutschlands und vertraten alle Betriebsstrukturen und Wirtschaftsformen.

"Wir machen Euch satt"-Demo: Aufruf zum Dialog

Die Demonstration war ein Aufruf gegen pauschale Verunglimpfungen, nach dem Mottot: "Redet MIT uns, nicht ÜBER uns." Mehrere Redner betonten in diesem Zusammenhang ihre Bereitschaft, ihre Ställe für Interessierte zu öffenen und in einen fruchtbaren Dialog zu Verbraucher- und Umweltschutzfragen zu treten.
 
Ein Landwirt in Deutschland ernährt heute rund 140 Menschen. Wen es um die Art der Erzeugung geht, kann der Kunde an der Theke entscheiden. Protest ist des Deutschen gutes Recht, doch nicht weniger wichtig ist der Dialog mit jenen, die für die Ernährung sorgen.
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