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Wirtschaft

Agrar- und Ernährungswirtschaft muss mehr Energie sparen

AgE
am
06.12.2011

Durban - Die globale Nahrungsmittelproduktion muss ihre Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen verringern, wenn die Bedarfsdeckung der Weltbevölkerung sichergestellt werden soll.

Das forderte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) vergangene Woche anlässlich der UN-Klimaschutzkonferenz in Durban/Südafrika. Es müsse gelingen, die Entwicklung der Nahrungsmittelpreise von den Ausschlägen der Erdölpreise abzukoppeln. Dazu soll die Agrar- und Ernährungswirtschaft energieeffizienter werden. Laut FAO entfallen auf den Sektor insgesamt rund 30 Prozent des Welt-Energieverbrauchs. Ferner trage die Branche mit mehr als 20 Prozent zum weltweiten Treibhausgasausstoß bei.

FAO empfiehlt Nutzung erneuerbarer Ressourcen vor Ort

Der Beigeordnete FAO-Generaldirektor Alexander Müller erklärte, die globale Ernährungswirtschaft müsse lernen, vernünftiger mit den Energiereserven umzugehen. Auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette könnten energiesparende Verfahren eingesetzt werden - oft zu keinen oder nur geringen Zusatzkosten. Für die Landwirtschaft nannte er als Beispiele energiesparende Landmaschinen, die Nutzung von Kompost und Präzisionsdüngung, Bewässerungskontrolle oder effizientere Pflanzensorten beziehungsweise Tierrassen. Auf den Stufen von Verarbeitung und Handel sieht Müller Raum zum Energiesparen im Transport, durch bessere Isolierung von Lagerräumen, Verringerung von Verpackungsaufwand und Nahrungsmittelabfällen oder effizientere Kochgeräte.
 
Ferner empfiehlt die FAO eine Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Ressourcen vor Ort: Solar-, Wind- und Wasserkraft, Erdwärme und Biomasse. Als positives Beispiel werden Zuckerraffinerien angeführt, die ihre Abfälle zur Wärme und Elektrizitätserzeugung nutzen. Daneben verlangt die FAO, Bewohnern von Entwicklungsländern, die noch mit Holz oder Kohle kochen und heizen, den Zugang zu einer modernen Energieversorgung zu erleichtern. Ferner wird die Notwendigkeit zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung bekräftigt.
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