Login
Politik national

Agrarbericht Bayern: Betriebe haben mehrere Standbeine

von , am
04.07.2012

München - Der bayerische Landwirtschaftsminister Brunner legte gestern seinen Agrarbericht vor. Demnach setzen zwei Drittel der Betriebe in Bayern auf mindestens ein weiteres Einkommensstandbein.

Der bayerische Landwirtschaftsminister, Helmut Brunner legte gestern seinen Agrarbericht vor. © Werkbild
Dem bayerischen Agrarbericht 2012 zufolge, den Landwirtschaftsminister Helmut Brunner gestern im bayerischen Kabinett vorgestellte, erzielt die Land- und Forstwirtschaft in Bayern zusammen mit den vor- und nachgelagerten Bereichen jährlich rund 140 Milliarden Euro Umsatz, das sind rund 15 Prozent der Gesamtumsätze der bayerischen Wirtschaft. Mit der 2011 erreichten Bruttowertschöpfung von 3,71 Milliarden Euro steht Bayern als Agrar- und Forstland bundesweit an der Spitze.
 
Laut Bericht haben in Bayern zwei Drittel aller Betriebe mindestens ein weiteres Standbein. Vor allem bäuerliche Unternehmer mit geringer Flächenausstattung müssen laut Brunner alle Möglichkeiten der multifunktionalen Ausrichtung ihrer Betriebe nutzen. Die Umsetzung der Energiewende werde hierbei zusätzliche Chancen eröffnen.

Betriebsstrukturen sind stabil geblieben

Die betrieblichen Strukturen haben sich laut Brunner in den vergangenen zwei Jahren kaum verändert:
  • Die Zahl der Betriebsaufgaben liegt wie in den Vorjahren bei jährlich zwei Prozent
  •  98 000 Betriebe über fünf Hektar Größe gab es im vergangenen Jahr
  • Die durchschnittliche Größe liegt bei 32,1 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche
  • Bayern hat im Bundesvergleich die meisten Betriebe, aber die geringsten Betriebsgrößen.
  • Etwa die Hälfte der Betriebe werden im Haupterwerb geführt, die andere Hälfte im Nebenerwerb.
  • Zwei Drittel aller Betriebe setzen heute auf mindestens ein weiteres Einkommensstandbein wie Forstwirtschaft, Energieerzeugung oder Tourismus

Bayerischer Export ist gestiegen

Die Situation auf den Märkten hat sich dem Agrarbericht zufolge positiv entwickelt: Die Preiseinbrüche der Finanz- und Wirtschaftskrise sind überwunden, seit Mitte 2010 befinden sich die Erzeugerpreise bei den meisten Agrarprodukten wieder im Aufwind. Zu dieser Entwicklung hat nach den Worten des Ministers auch die große Auslandsnachfrage nach bayerischen Lebensmitteln beigetragen.
 
Der Exportwert für Agrargüter lag im vergangenen Jahr mit 7,7 Milliarden Euro nur knapp unter dem Rekordwert von 2008. Mit der 2011 gegründeten Marketingagentur und der Entwicklung eines Regionalsiegels will der Minister die Erfolgsgeschichte bayerischer Nahrungsmittel auf regionalen, nationalen und internationalen Märkten fortschreiben. Ein Landesprogramm "Ökolandbau" soll zudem dafür sorgen, dass die steigende Nachfrage nach Ökoprodukten künftig stärker aus heimischer Erzeugung gedeckt werden kann.

Agrarwirtschaft bleibt attraktiv

Langfristig sieht Brunner die Perspektiven in der Landwirtschaft ausgesprochen positiv: "Der Bedarf an Lebensmitteln und Agrarrohstoffen steigt beständig und der Stellenwert der Land- und Forstwirtschaft nimmt weltweit zu. Das macht die Land- und Forstwirtschaft zu einer echten Zukunftsbranche." Ein Beleg für die positive Stimmung im Agrarsektor sind laut Brunner die hohe Ausbildungsbereitschaft und die Zahl der Berufsanfänger in den "grünen Berufen": 2011 wurden rund 5 000 junge Menschen in einem Agrarberuf ausgebildet.
 
Auch interessant