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Politik national

Agrarbericht: Höhere Produktionskosten für Landwirte

von , am
12.05.2011

Berlin - Landwirte können sich über steigende Erzeugerpreise freuen. Sie müssen sich aber auch auf höhere Produktionskosten und Preisschwankungen an Agrarmärkten einstellen.

Welcher Weg ist der richtige? Bei einer Anhörung der landwirtschaftlichen Verbände über die künftige Agrarpolitik kam es zu einem handfesten Streit. © Bernhard Huber/aboutpixel
Die Bundesregierung hat in ihrer gestrigen Sitzung den "Agrarpolitischen Bericht 2011" verabschiedet. Darin wird die Entwicklung der Landwirtschaft im Berichtszeitraum 2007 bis 2011 analysiert.
 
"Der Bericht zeigt, dass der heimische Agrarsektor die Wirtschaftskrise 2008/2009 hinter sich gelassen hat und sich die Lage der bäuerlichen Unternehmen wieder verbessert. Weltweit ist eine steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen zu verzeichnen", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner bei der Vorstellung des Berichts.

Steigende Produktionskosten bereiten Probleme

Aigner warnte jedoch gleichzeitig vor überhöhten Erwartungen. Zwar gebe es bei vielen Erzeugerpreisen einen stabilen Trend nach oben, gleichzeitig aber seien an den Agrarmärkten starke Preisschwankungen zu verzeichnen. Zudem sei damit zu rechnen, dass die Produktionskosten der Unternehmen aufgrund der höheren Futtermittelpreise und des hohen Ölpreises steigen. "Damit wird am Ende der Einkommenseffekt nicht so hoch ausfallen wie wir uns das wünschen ", erklärte Aigner. Auch die durch anhaltende Trockenheit getrübten Ernteprognosen bereiten vielen Landwirten Sorgen.

Erzeugerpreise sinken um 27 Prozent

Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte in Deutschland waren nach einem kontinuierlichen Anstieg 2009 um rund 27 Prozent zurückgegangen. Für 2010 zeichnet sich nach vorläufigen Schätzungen aber wieder ein deutlicher Anstieg von 20 Prozent ab.
 
Je nach betriebswirtschaftlicher Ausrichtung und Produktionskapazitäten gab es jedoch deutliche Unterschiede: Die Ackerbaubetriebe mussten nach dem Spitzenjahr 2008/09 im Wirtschaftsjahr 2009/10 aufgrund stark gesunkener Getreidepreise einen Gewinnrückgang von fast 25 Prozent hinnehmen. Die Milchbetriebe verzeichneten bisher nicht gekannte Einkommensschwankungen, aktuell wird in diesem Bereich eine positive Tendenz beobachtet.

Strukturwandel geht weiter

Im Jahr 2010 gab es in Deutschland nach den vorläufigen Ergebnissen der Agrarzählung rund 300.700 landwirtschaftliche Betriebe. Gegenüber 2007 ging die Zahl der Betriebe um rund 20.900 zurück, das entspricht einer jährlichen Abnahmerate von 2,2 Prozent. Zusammen mit den vor- und nachgelagerten Bereichen hat die Landwirtschaft in Deutschland 2009 eine Bruttowertschöpfung von rund 140 Milliarden Euro erzielt, das sind rund 6,5 Prozent der Wertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche. Der deutsche Agrarexport hat 2010 nach dem Einschnitt durch die Finanzkrise sein langfristiges Wachstum fortgesetzt. Jeden vierten Euro erlöst die Ernährungswirtschaft auf Auslandsmärkten.
 
Den kompletten Agrarbericht 2011 können Sie sich hier als pdf-Dokument herunterladen. download starten ...
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