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Wirtschaft

Agrarexport: Erstes Halbjahr noch besser als Boomjahr 2008

Externer Autor
am
30.08.2010

Berlin - Mit Blick auf die Agrarexporte in Höhe von 24,6 Milliarden Euro können deutsche Landwirte auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurückblicken. Um die Exporte weiter zu steigern, will das Landwirtschaftsministerium ein neues Förderprogramm Agrarexport vorlegen.

Als Bestätigung für die gute Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Agrar- und Ernährungswirtschaft hat der Parlamentarische Staatssekretär vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Gerd Müller, die Zunahme der deutschen Agrarexporte im ersten Halbjahr 2010 gewertet. Mit Gesamtausfuhren von 24,6 Milliarden Euro würden sogar die Ergebnisse in den ersten sechs Monaten des Boomjahres 2008 übertroffen.

Konjunktureller Aufschwung wirkt sich positiv auf Agrarexporte aus

"Der Agrarexport ist damit wieder auf Rekordkurs", so Müller in einer Presseverlautbarung zu den neuesten Exportzahlen, die das Statistische Bundesamt vorgelegt hatte. Seiner Einschätzung nach wird sich der begonnene konjunkturelle Aufschwung im weiteren Verlauf des Jahres 2010 positiv auf die Agrarexporte auswirken.

Staatssekretär Müller: Neues Förderprogramm Agrarexport angekündigt

Der Exportbeauftragte des Ministeriums geht vor diesem Hintergrund davon aus, dass das bisherige Rekordergebnis des Jahres 2008 mit rund 51,9 Milliarden Euro 2010 wieder erreicht oder gar übertroffen werden könnte. Der CSU-Politiker kündigte zugleich an, dass die Unterstützung der Exportbemühungen heimischer Unternehmen durch das Bundeslandwirtschaftsministerium fortgesetzt und ausgebaut werde. Zu diesem Zweck werde das Ressort in Kürze ein neues "Förderprogramm Agrarexport" vorlegen.

GEFA: Agrarexporte könnten Rekordniveau von 2008 erreichen

Auch die German Export Association für Food and Agriproducts (GEFA) rechnet eigenen Angaben zufolge damit, dass der deutsche Agrarexport in diesem Jahr das Rekordniveau von 2008 erreichen könnte.

Milcherzeugnisse: Ausfuhren steigen um 16,5 Prozent

Müller betonte, dass in der Jahreshälfte 2010 bei allen wichtigen Warengruppen sowohl mengen- als auch wertmäßig deutliche Steigerungsraten zu verzeichnen waren. Besonders erfreulich nannte der Staatssekretär die Entwicklung bei Milcherzeugnissen. Dort habe der Einbruch des Vorjahres wettgemacht werden können. Die Ausfuhren seien insbesondere wegen höherer Preise um 16,5 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro gestiegen. Darunter falle Käse mit einem Plus von 13 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro.

Fleisch- und Fleischwaren: Exporte legen um 4,6 Prozent zu

Die Exporte von Fleisch- und Fleischwaren konnten laut Müller mengenmäßig um 4,6 Prozent und dem Wert nach um 2,4 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro zulegen.

Getreideerzeugnisse: Exportwert wächst um sieben Prozent

Die wichtigste Produktgruppe hinter Fleisch und Milch stellten Getreideerzeugnisse und Backwaren mit einem Exportwert von 2,1 Milliarden Euro dar. Das entspreche einem Zuwachs von sieben Prozent.

Drittlandsexporte: Überdurchschnittlicher Zuwachs

Einen überdurchschnittlichen Zuwachs von 16,4 Prozent auf den neuen Halbjahreshöchstwert von 5,3 Milliarden Euro bescheinigte die GEFA den Exporten in Drittländer. Diese würden vor allem durch starke Steigerungen beim Export von Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs mit einem Plus von rund 33 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro und der Steigerung der Ausfuhren bei Genussmitteln um 19 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro geprägt.

Stärkstes Drittland: Russland

Stärkstes Drittland sei Russland mit deutschen Agrarausfuhren von 757 Millionen Euro und einem Zuwachs von rund einem Viertel gegenüber dem ersten Halbjahr 2009. Dahinter rangiere die Schweiz mit 720 Millionen Euro und einem Plus von 9,9 Prozent sowie die USA mit 560 Millionen Euro, das waren 15,6 Prozent mehr als im gleichen Vorjahrszeitraum.

Niederlande: Hauptabnehmer deutscher Agrarerzeugnisse

Hauptabnehmerland für deutsche Agrarerzeugnisse blieben die Niederlande, gefolgt von Italien und Frankreich. Auch die GEFA hob den Beitrag der Ausfuhren von Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs zum Aufwärtstrend beim Export insgesamt hervor. Sie seien im ersten Halbjahr 2009 von 7,7 Milliarden Euro um fast zehn Prozent auf 8,5 Milliarden Euro gestiegen . Dieses Wachstum stütze sich außerdem auf den guten Absatz von Milch und Milcherzeugnissen. (AgE)

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