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Wirtschaft

Agrarexport legt im ersten Halbjahr 2014 leicht zu

pd
am
10.09.2014

Der deutsche Agrarexport legte im ersten Halbjahr 2014 um 1,2 Prozent zu. Insbesondere bei Milch und -erzeugnissen gab es starke Zunahmen. Der Drittlandhandel wuchs ebenso - trotz der Russlandkrise.

"Nach den vorläufigen Ergebnissen stiegen die Ausfuhren von Gütern der Agrar- und Ernährungswirtschaft um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum an: Deutschland hat von Januar bis Juni 2014 Waren im Wert von rund 31,3 Milliarden Euro exportiert. Der deutsche Agrarexport bleibt damit ein wichtiger Absatzweg für die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft", erklärte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Peter Bleser vergangenen Freitag in Berlin.
 
Die Agrareinfuhren stiegen im ersten Halbjahr 2014 um 1,7 Prozent auf 34,8 Milliarden Euro. Die Einfuhr von Agrarerzeugnissen und Lebensmitteln nach Deutschland überwiegt die Ausfuhr nach wie vor deutlich.

Milcherzeugnisse legen stark zu - Rückgang bei Fleischwaren

Die Entwicklung im Export verlief nach Produktgruppen sehr unterschiedlich. Den wichtigsten Wachstumsbeitrag leistete demnach der gestiegene Exportwert von Milch und Milcherzeugnissen (+12,2 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro). Der Anstieg resultiert sowohl aus einer gestiegenen Exportmenge bei einer Reihe von Milcherzeugnissen (insbesondere Voll- und Magermilchpulver, Kondensmilch, Molkenpulver, Butter) als auch aus höheren Exportpreisen. Die Ausfuhr in Drittländer wuchs noch stärker. Weiterhin fließen 83 % der Exporte in EU-Mitgliedstaaten.
 
Nach Menge und noch stärker nach Wert rückläufig waren die Ausfuhren an Fleisch und Fleischwaren (-4,3 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro). Zum einen wurden im betreffenden Halbjahr weniger Schweine geschlachtet als im Vorjahreszeitraum, was Auswirkungen auf das Exportangebot hatte. Hinzu kam, dass das Exportpreisniveau, außer für Geflügelfleisch, deutlich niedriger lag.
 
Der Getreideexport bewegte sich mit 1,5 Milliarden Euro wertmäßig auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (+1,4 Prozent). Die Exportmenge lag mit 6,8 Millionen Tonnen jedoch erheblich höher. So konnten allein mehr als vier Millionen Tonnen Weizen in Drittstaaten abgesetzt werden. Im Handel mit den EU-Partnern beliefen sich die Ausfuhren im ersten Halbjahr 2014 auf 23,8 Milliarden Euro (+0,9 Prozent).

Drittlalandhandel wächst - trotz Russlandkrise

Im Handel mit Nicht-EU-Statten, sogenannter Drittlandhandel, fiel das Exportwachstum etwas höher aus. Es wurden Waren im Wert von 7,6 Milliarden Euro ausgeführt, das waren 2,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dieses positive Ergebnis entstand trotz einiger Exportbeschränkungen im Handel mit Russland (beispielsweise für Schweinefleisch), die bereits vor dem Anfang August von der Russischen Föderation verhängten Importembargo bestanden. Diese Beschränkungen führten zu einem Rückgang der Ausfuhren nach Russland auf 585 Millionen Euro (-25 %).
Das dennoch im Drittlandhandel erzielte Wachstum ist somit auch Resultat eines hohen Maßes an Diversifizierung des deutschen Agrarexports, sowohl hinsichtlich der Erzeugnisse als auch hinsichtlich der Zielmärkte. Die größten Drittlandsmärkte bildeten im ersten Halbjahr 2014 nach wie vor die Schweiz, die USA und Russland. In der Länderrangliste folgen anschließend Saudi-Arabien, der Iran (auf Grund außerordentlich großer Getreidelieferungen), die Volksrepublik China, Norwegen, die Türkei und Südkorea. 
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