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Wirtschaft

Agrarexporte Frankreichs zweistellig gesunken

Externer Autor
am
23.02.2010

Paris - Die französischen Ausfuhren der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind im vergangenen Jahr gegenüber 2008 um mehr als 11 Prozent auf 44,1 Milliarden Euro gesunken.

Das geht aus einer ersten Hochrechnung des französischen Landwirtschaftsministeriums hervor. Danach verringerte sich der Exportüberschuss der Branche um 38,6 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro, was die Fachleute im Wesentlichen auf niedrigere Lieferungen Frankreichs in andere EU-Mitgliedstaaten zurückführen. Allein im Dezember 2009 schrumpfte der Positivsaldo Frankreichs bei Gütern der Agrar- und Ernährungswirtschaft laut Ministerium gegenüber dem Vergleichsmonat 2008 um 24 Prozent. Die Statistiker führen dies auf einen Einbruch der Getreideverkäufe um 38 Prozent zurück.

Zugleich korrigierte der Statistikdienst den Exportüberschuss des Agrarhandels für 2008, der anstatt der ursprünglich angegebenen 9,3 Milliarden Euro jetzt endgültig auf 8,8 Milliarden Euro beziffert wurde. Mit den nun vorgelegten Zahlen wird eine für die französischen Exporteure erfreuliche Entwicklung unterbrochen. Von 2006 bis 2008 hatten sich die Agrarausfuhren nämlich im Aufwind befunden. Ein Faktor für den jetzt verzeichneten Einbruch dürfte allerdings der starke Preisrückgang an den Agrarmärkten im vergangenen Jahr gewesen sein.

Getreide und Milchprodukte auf der Verliererseite

Im Kalenderjahr 2009 verringerte sich der Positivsaldo der französischen Agrar- und Ernährungswirtschaft im Handel mit den EU-Partnern um 3,1 Milliarden Euro und mit Drittländern um 0,2 Milliarden Euro. Die deutlichsten Einbrüche wurden bei Getreide, Milchprodukten, Wein und Spirituosen registriert. Die Reduzierung des französischen Außenhandelsüberschusses bei landwirtschaftlichen Rohprodukten von 3,4 Milliarden Euro auf 1,4 Milliarden Euro 2009 führen die Statistiker vor allem auf die niedrigeren Getreidepreise und im geringeren Maße auf einen Rückgang der französischen Raps- und Sonnenblumenausfuhren zurück. Bei verarbeiteten Agrarerzeugnissen schrumpfte der Positivsaldo laut ersten Schätzungen um 30,4 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro, wobei die stärksten Einbußen bei Alkoholika, Milchprodukten und Fleisch registriert wurden. (AgE)

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