Login
Wirtschaft

Agrarexporte: Niederlande setzen neue Rekordmarke

AgE
am
28.01.2014

Den Haag/Berlin - Die Niederlande haben ihre Ausfuhrerlöse im Agrarbereich vergangenes Jahr um fünf Prozent gesteigert. Deutschland ist sowohl größter Kunde, als auch größter Lieferant.

Der Exportwert niederländischer Agrarprodukte war 2013 so hoch wie noch nie. Wie die niederländische Landwirtschaftsministerin Sharon Dijksma auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) mit Verweis auf Erhebungen des Wageninger Instituts für Agrarwirtschaft (LEI) und der Statistikbehörde (CBS) mitteilte, erhöhten sich die niederländischen Ausfuhren landwirtschaftlicher Erzeugnisse im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2012 um fünf Prozent (%) auf schätzungsweise insgesamt 79 Milliarden Euro.

Deutschland wichtigster Abnehmer

Wie der Handelsstatistik des LEI zu entnehmen ist, kletterte der niederländische Agrarhandelsüberschuss von 24,3 Milliarden Euro im Jahr 2012 auf 26,3 Milliarden Euro.
 
Rund 80 % des gesamten Ausfuhrwertes entfielen auf die EU-Partnerländer. Wichtigster Kunde ist seit Jahren Deutschland, das 2013 Waren im Wert von 22,4 Milliarden Euro aus Holland einführte; das waren 28,5 % der gesamten niederländischen Agrarexporte und entsprach einem Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Außerdem ist die Bundesrepublik "traditionell" der bedeutendste Lieferant von Agrarprodukten für das westliche Nachbarland; das positive holländische Außenhandelssaldo bezogen auf Deutschland erhöhte sich 2013 aber um fast 800 Millionen Euro oder 8,2 % auf 10,3 Milliarden Euro.
 
Weitere wichtige Agrarhandelspartner aus Sicht der niederländischen Land- und Ernährungswirtschaft sind Belgien, Frankreich, Großbritannien und Italien.

Wichtigstes Ausfuhrprodukt für Deutschland: Lebendvieh und Fleisch

Als wichtigste Produktgruppe der niederländischen Agrarausfuhren in die Bundesrepublik nennt das LEI für 2013 Lebendvieh und Fleisch im Wert von insgesamt 2,8 Milliarden Euro; das bedeutete im Vorjahresvergleich ein Plus von 7,4 %. Während hier die Lieferungen von Schweine- und Geflügelfleisch zulegten, schrumpften die niederländischen Exportumsätze mit Rindfleisch um 3,4 % auf 565 Millionen Euro. Zweit- und drittwichtigste Produktgruppen waren Zierpflanzen sowie Gemüse und Kartoffeln mit jeweils rund 2,5 Milliarden Euro.
 
Bei den Gemüsearten, die bereits zum zweiten Mal in Folge zulegten, dominierten Tomaten, Paprika und Gurken. Für den Ausfuhrwert von Obst und Nüssen wies das LEI ein deutliches Plus von fast 300 Millionen Euro oder 21 % auf 1,7 Milliarden Euro aus.
 
Der Absatz von Käse, Butter und sonstigen Milchprodukten in Deutschland kletterte um 4,4 % auf insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro. Allerdings verringerte sich dabei der Wert der Butterlieferungen um 10,2 % auf 170 Millionen Euro, während sich die Käseerlöse um 4,4 % auf 1,1 Mrd Euro erhöhten. Gleichzeitig stabilisierte sich der wertmäßige Anteil von Käse an allen Milchprodukten bei 67,7 %. Indes verringerte sich der von Butter um 1,7 Prozentpunkte auf 12,5 %.

Deutsche Ausfuhren in die Niederlande wachsen

Wie den LEI-Unterlagen weiter zu entnehmen ist, exportierte Deutschland im Jahr 2013 in die Niederlande als deren diesbezüglich wichtigster ausländischer Lieferant Agrarprodukte im Gesamtwert von 12,0 Milliarden Euro; das bedeutete ein Plus von 1,9 % gegenüber dem Vorjahr.
 
Wichtigste Warengruppe waren dabei Milchprodukte, deren Importwert sich im Vergleich zum Vorjahr um 14,6 % auf rund 1,1 Milliarden Euro erhöhte. Vorherrschend waren hier unverarbeitete Milch, Molke und Magermilchpulver für die niederländische Lebensmittelindustrie. Oberhalb der Milliarden-Marke lagen bezogen auf den Lieferwert auch die Produktgruppen Fleisch sowie Getreide und Futtermittel, die um 9,1 % auf rund 1,2 Milliarden Euro beziehungsweise um 3,6 % auf 1,1 Milliarden Euro zulegten.

Negatives Saldo beim Drittlandsexport

Den LEI-Unterlagen zufolge erreichten die niederländischen Exporte von Agrar- und Nahrungsgütern in Drittländer 2013 einen Gesamtwert von schätzungsweise rund 18 Milliarden Euro. Gleichzeitig wurden aus diesen Staaten Agrarrohstoffe und Lebensmittel im Wert von insgesamt etwa 24 Milliarden Euro importiert.
 
Im Gegensatz zum klar positiven Saldo des innergemeinschaftlichen Agrarhandels ergab sich bei dieser Ländergruppe somit für die Niederlande ein Defizit zwischen sechs und sieben Milliarden Euro. Auf ähnlichem Niveau dürfte der Vergleichswert des Vorjahres gelegen haben.
 
Wichtigste Importprodukte im Handel mit Drittstaaten waren dem LEI zufolge Ölsaaten, Rohstoffe für die Futtermittelherstellung, tropische Früchte sowie Kaffee- und Kakaobohnen. Allerdings sind diese Bezüge der Niederlande nicht zuletzt auch auf die Drehscheibenfunktion des Rotterdamer Hafens im internationalen Agrarhandel zurückzuführen; ein Teil der Waren wird unverarbeitet reexportiert.
Auch interessant