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Wirtschaft

Agrarexporte: Russland sucht Absatzchancen

AgE
am
22.08.2011

Moskau - Das russische Wirtschaftsministerium will die Voraussetzungen für den Export von Agrar- und Ernährungsgütern verbessern. Am EU-Markt ist Russland bislang kaum präsent.

Um mögliche Absatzchancen auszuloten, hat das Wirtschaftsministerium eine Befragung von Landwirten in die Wege geleitet. Damit soll festgestellt werden, welche Art von Förderung zur Steigerung des Absatzes an den internationalen Märkten beitragen könnte und bei welchen Produkten günstige Exportaussichten bestehen.

Agrarausfuhren: Bruchteil der Exportpalette

Gute Chancen sieht das Ministerium beispielsweise bei Getreide, Fisch und Spirituosen, aber auch bei Käse und anderen Molkereierzeugnissen sowie Süß- und Backwaren. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte dasWirtschaftsressort russische Handelsvertretungen in verschiedenen Ländern beauftragt, jeweils vor Ort Geschäftspartner über die Absatzmöglichkeiten von Geflügelfleisch zu befragen. Mittlerweile haben etwa 50 russische Unternehmen die Genehmigung, Geflügeleisch in andere Mitgliedsländer der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) sowie asiatische Drittländer auszuführen. Allerdings werden derzeit im Rahmen dieser Geschäfte nur einige Tausend Tonnen gehandelt.
 
Noch immer machen die Agrarausfuhren nur einen Bruchteil der gesamten russischen Exportpalette aus. Die Agrar- und Ernährungsgüter werden hauptsächlich in die GUS-Länder ausgeführt, während der Markt der Europäischen Union kaum bedient wird. Momentan verfügen nur neun Unternehmen derMilchwirtschaft und ein Produzent von Hirschfleisch über Genehmigungen für die Ausfuhr ihrer Erzeugnisse in die EU. Allerdings vertreiben global agierende Unternehmen wie PepsiCo, Kraft Foods oder Unilever Exporte ihrer in Russland hergestellten Produkte auch in der EU, jedoch in eher unbedeutenden Mengen.
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