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Wirtschaft

Agrarexporte wachsen 2012 um sieben Prozent

pd/ez
am
07.03.2013

Berlin - Die Exporte Deutschlands von Agrar- und Ernährungsgütern sind im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Raps verbuchte mit knapp 23 Prozent das größte Plus.

"Mit einem wertmäßigen Wachstum von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr wurde ein gutes Ergebnis erzielt", resümiert der Parlamentarische Staatssekretär und Exportbeauftragte im Landwirtschaftsministerium, Gerd Müller.
 
Aktuellen Zahlen zufolge betrug das Exportergebnis im vergangenen Jahr 60,1 Milliarden Euro. Einschließlich Nachmeldungen und Zuschätzungen rechnet das Landwirtschaftsministerium mit einem Jahresergebnis von mehr als 63 Milliarden Euro.

Stabiles Wachstum bei Fleisch, geringfügiges Plus bei Milch

Ein stabiles Wachstum erzielten Fleisch und Fleischwaren mit einem Ausfuhrwert von neun Milliarden Euro (plus 8,5 Prozent). Diese Zunahme ist im Wesentlichen preisbedingt, die Exportmengen konnten in vielen Segmenten nicht an die Entwicklung der Vorjahre anknüpfen.
Bei der ebenso wichtigen Gruppe Milch und Milcherzeugnisse stieg der Exportwert nur geringfügig um ein Prozent auf knapp 8,2 Milliarden Euro. Dabei sind die Käseexporte in Wert und Menge weiter gestiegen; die Entwicklung bei anderen Milcherzeugnissen war rückläufig.
Die im Vergleich zu 2011 besseren Ernteergebnisse bei Raps als wichtigster Ölsaat machten sich im Anstieg der Exporte an pflanzlichen Ölen und Ölschroten bemerkbar. Es wurden Ölsaaten und deren Verarbeitungserzeugnisse im Wert von 3,6 Milliarden Euro exportiert. Mit 22,8 Prozent wurde hier das höchste Plus unter allen Warengruppen registriert.

Mehr Exporte nach Skandinavien und Großbritannien

In der Rangfolge der Bestimmungsländer stehen nach wie vor viele EU-Partner an erster Stelle. Die Versendungen in andere EU-Mitgliedstaaten wuchsen um 5,4 Prozent auf nun 45,1 Milliarden Euro. Dahinter standen im vergangenen Jahr je nach Bestimmungsland erheblich abweichende Entwicklungen.
 
So lagen die Wachstumsraten bei Versendungen in die skandinavischen Staaten und Großbritannien zum Teil im zweistelligen Bereich, während die Exporte in EU-Mittelmeeranrainerstaaten in der Summe rückläufig waren.

Drittlandsexport gewinnt an Bedeutung

Im Drittlandshandel war das Wachstum des deutschen Agrarexports wie schon seit einigen Jahren erneut deutlich höher. Es wurden Waren im Wert von 15,0 Milliarden Euro in Drittländer ausgeführt, das waren 12,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Drittlandsexport gewinnt somit für die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft an Bedeutung.
Die Dynamik des Wachstums der Agrarexporte war in dieser Ländergruppe sogar höher als die des gesamten deutschen Warenexports. Allerdings wurde auf dem wichtigsten Drittlandsmarkt, Russland, der Exportwert des Vorjahres knapp verfehlt (minus 2,6 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro). Erfreulicher verlief die Entwicklung in Bezug auf den US-amerikanischen Markt und beim Export in viele arabische und ostasiatische Staaten. Die Volksrepublik China steht mit einem Agrarexportwert von 667 Millionen Euro (plus 67 Prozent) bereits auf Rang fünf der Drittlandsmärkte.   
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