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Wirtschaft

Agrarexporte weiter auf Wachstumskurs

Externer Autor ,
am
06.03.2014

Der deutsche Agrarexport entwickelte sich 2013, wie in den beiden Jahren zuvor, besser als der Gesamtexport. Maßgeblich für die positive Entwicklung sind gestiegene Exportwerte an Milch und Getreide.

"Mit einem wertmäßigen Wachstum von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2012) wurde ein beachtliches Ergebnis erzielt", sagte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Peter Bleser. Aktuellen, noch vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge beliefen sich die Exporte an Gütern der Agrar- und Ernährungswirtschaft im vergangenen Jahr auf 62,7 Milliarden Euro. Einschließlich Nachmeldungen und Zuschätzungen rechnet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit einem Jahresergebnis von rund 66 Milliarden Euro.
 
 

Exportstar Milch

Mit einem Plus von 13,3 Prozent trieb der Export an Milch und Milcherzeugnissen den Agrarexportwert in die Höhe. Dies ist zum überwiegenden Teil auf höhere Exportpreise zurückzuführen; lediglich bei Butter wurde eine deutlich höhere Tonnage exportiert. Die Käseexporte stiegen um 9,8 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Sehr verhalten verlief die Entwicklung bei Fleisch und Fleischwaren (plus 0,3 Prozent auf unverändert 9,0 Milliarden Euro), bei einem nur geringen Anstieg der Ausfuhrpreise. Während der Export an Schweinefleisch in Wert und Menge stieg, sank die Rindfleischausfuhr. Der Geflügelfleischexport blieb nahezu konstant.

27 Prozent mehr Getreideausfuhren

Den größten Anstieg im Exportwert verzeichneten die Getreideausfuhren mit einem Plus von 27 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro. Hierfür waren die Exporterfolge in den Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas maßgeblich. Dorthin konnten deutsche Exporteure rund 3,2 Millionen Tonnen Weizen und 1,8 Millionen Tonnen Gerste vermarkten.
 

Exportanstieg in EU-Länder

Nach wie vor entfällt im Agrarhandel der größte Anteil auf den Warenverkehr innerhalb der Europäischen Union, die 76 Prozent der Ausfuhren und 69 Prozent der Einfuhren aus-machen. Im Handel mit den EU-Partnern stiegen die Ausfuhren um 5,1 Prozent auf 47,4 Milliarden Euro. Je nach Bestimmungsland gab es hier sehr unterschiedliche Entwicklungen. So wuchsen die Versendungen in die baltischen Staaten sowie nach Bulgarien und Rumänien meist mit zweistelligen Wachstumsraten. Dagegen waren die Versendungen nach Spanien und Portugal rückläufig.
 

Russische Importsperren bremsten Wachstum

Im Drittlandhandel fiel das Wachstum deutlich geringer aus. Es wurden Agrargüter im Wert von 15,3 Milliarden Euro in Drittländer ausgeführt und damit 2,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ein größeres Wachstum wurde vor allem durch die schwierige Situation des Russlandexports verhindert, der aufgrund der Importsperre für bestimmte Milch- und Fleischerzeugnisse um 14 Prozent auf 1,60 Milliarden Euro zurückging.
 
Das dennoch im Drittlandhandel erzielte Wachstum ist auch auf das große Maß an regionaler Diversifizierung des deutschen Agrarexports zurückzuführen. Die mit Abstand größten Drittlandmärkte bilden nach wie vor die Schweiz, Russland und die USA, gefolgt von Saudi-Arabien (plus 46 Prozent auf 1,10 Milliarden Euro) und der Volksrepublik China (plus 37 Prozent auf 913 Millionen Euro), deren Exportwert konstant hohe Wachstumsraten aufweist.
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