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Wirtschaft

Agrarhandel 2012: Nettoimporteur trotz stärkerem Export

bmelv
am
06.12.2012

Berlin - Der deutsche Agrarexport hat seinen Wachstumskurs in den ersten drei Quartalen 2012 beibehalten. Deutschland bleibt aber nach wie vor Nettoimporteur von Agrargütern.

"Nach vorläufigen Daten stiegen die Ausfuhren um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In absoluten Zahlen bedeutet dies einen Anstieg von 41,5 auf 44,0 Milliarden Euro. Damit setzt der deutsche Agrarexport seinen Wachstumskurs auch 2012 weiter fort", sagte der Parlamentarische Staatssekretär und Exportbeauftragte bei der Bundeslandwirtschaftsministerin, Dr. Gerd Müller gestern in Berlin. Die Agrareinfuhren stiegen im gleichen Zeitraum um drei Prozent auf 50,0 Milliarden Euro.

Fleisch legt stark zu - Milch stagniert

Maßgeblich für das deutliche Exportplus waren gestiegene Exportwerte an Fleisch und Fleischerzeugnissen (plus 9,4 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro), aber auch an Zucker, Teigwaren, Backwaren und pflanzlichen Ölen. Der Exportwert der zusammen mit Fleisch wichtigsten Produktgruppe, den Milcherzeugnissen, stagnierte (plus 0,3 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro). Während der Käseexport weiter ein solides Wachstum zeigte, war die Entwicklung bei anderen Milcherzeugnissen rückläufig.
 
Bei Getreide lag die Exporttonnage nach der eher geringen Ernte des Jahres 2011 mit 6,2 Millionen Tonnen deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum, als noch 7,2 Millionen Tonnen exportiert wurden.

Russland wichtigster Drittlandsmarkt

Im Handel mit den EU-Partnern beliefen sich die Versendungen in den ersten neun Monaten des Jahres auf 33,0 Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von 4,2 Prozent. Dahinter stehen in diesem Jahr je nach Bestimmungsland erheblich abweichende Entwicklungen. So wuchsen die Versendungen in die skandinavischen Staaten und Großbritannien mit meist zweistelligen Wachstumsraten. Dagegen zeigen die Versendungen in die EU-Mittelmeeranrainerstaaten zum Teil negative Vorzeichen.
 
Im Drittlandshandel war das Wachstum erneut deutlich höher. Es wurden Waren im Wert von 11,0 Milliarden Euro in Drittländer ausgeführt, also 11,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit sind die Drittlandsexporte erneut die treibende Größe des Exportwachstums. Allerdings wurde auf dem wichtigsten Drittlandsmarkt, Russland, der Exportwert des Vorjahres knapp verfehlt (minus 2,4 Prozent auf 1,36 Milliarden Euro), weil dorthin weniger Schweinefleisch exportiert wurde.

BMEV plant 32 weitere Unternehmerreisen

Damit kleine und mittlere Unternehmen kaufkräftige Auslandsmärkte erschließen können, wird das Bundeslandwirtschaftsministerium seine Unterstützung fortsetzen. Kernelemente im Jahre 2013 werden 32 Unternehmerreisen insbesondere in Drittländer sein. "Der Schwerpunkt dieses Angebots liegt auf Geschäftsreisen mit Importeursvermittlung. Wir wollen, dass die Teilnehmer nach einer solchen Reise zurückkommen und einen Importeur für ein neues Zielland gewonnen haben. Das ist ein unmittelbarer Nutzen für alle Beteiligten - deutsche Exporteure wie Importeure in den Zielländern", fügte der Staatssekretär Müller abschließend hinzu.

Video: Getreide: "Exportüberschüsse sind knapp" (26. Nov)

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