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Wirtschaft

Agrarhandel gegen Fesseln für Warenterminbörsen

Hermann Krauß, agrarheute
am
02.11.2010

Bonn - Der private Agrarhandel in Deutschland lehnt eine Einschränkung von Preissicherungsgeschäften an Warenterminbörsen ab.

In einem Schreiben an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner äußert der Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA) zwar seine grundsätzliche Unterstützung für das Bestreben, ausufernde Preisschwankungen einzudämmen und mehr Markttransparenz zu erreichen.

Angesichts volatiler Märkte und einer Reduzierung des Interventionssystems der Europäischen Union seien Hedgegeschäfte an Warenterminbörsen jedoch für den Erfassungshandel, die Verarbeitungsindustrie und die Landwirte ein unabdingbares Instrument der Preisabsicherung. Der BVA warnt vor übereilten Schritten, die den Handel an Warenterminbörsen gefährden könnten.

Opposition verlangt Mindesthaltepflicht

Aigner hatte sich im September anlässlich der Vorstellung der Erntebilanz 2010 besorgt über die zunehmende Spekulation an den Agrarmärkten geäußert. Zugleich hatte sich die Ministerin gegen Schnellschüsse und einen Rückfall in eine übermäßige Regulierung ausgesprochen. Die oppositionelle SPD-Bundestagsfraktion fordert für Termingeschäfte eine Mindesthaltepflicht, um kurzfristige Spekulation zu verhindern.

"Instrument der Warenterminbörse entwertet"

Der Handel mit Agrarrohstoffen sollte möglichst über Börsen und Clearingstellen abgewickelt werden. Zum Handel sollten nur standardisierte Produkte zugelassen werden. Für den außerbörslichen Handel verlangen die Sozialdemokraten eine Meldepflicht. Nach Auffassung der SPD hat die Spekulation von Finanzinvestoren mit Grundnahrungsmitteln das Instrument der Warenterminbörse für Landwirte und Händler entwertet. (aiz)

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