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Lesetipps zu Weihachten

Die agrarheute-Redaktion empfiehlt ihre Lieblingsbücher

Buch vor Kamin
am Dienstag, 17.12.2019 - 06:54 (Jetzt kommentieren)

Bücher sind hierzulande das drittliebste Weihnachtsgeschenk. 43 Prozent der Deutschen legen Lesestoff unter den Baum. Die agrarheute-Redakteure haben deshalb ihre Bücherregale durchforstet und empfehlen ihre Lieblingsbücher für Jung und Alt.

Elefant: Zwischen Gentechnik, künstlicher Befruchtung und Wohlstandskritik

Martin-Suter-Elefant

Ein glänzendens Geschöpf, über das alle Menschen staunen: Ein kleiner Elefant leuchtet in der Dunkelheit rosa. Er steht im Mittelpunkt des Romans von Martin Suter. Der Leser trifft das kleine Rüsseltier zuerst in einer Höhle, in der ein Obdachloser lebt. Wo das ungewöhnliche Elefäntchen herkommt, wie es entstanden ist und was mit ihm passiert, erzählt der Roman in mehreren Handlungssträngen.

Auf der einen Seite steht der Penner Schoch. Er ist aus der schweizerischen Wohlstandsgesellschaft gefallen, hat das Science-Fiction-Tier gefunden und kümmert sich mit einer Veterinärin darum. Auf ihrer Seite steht im Lauf der Handlung noch der burmesische Elefantenflüsterer Kaung, der im Zirkus mit Elefanten arbeitet. Auf der anderen Seite wittert der Genfoscher Roux das große Geschäft. Er möchte eine weltweite Sensation aus seinem "Glüchwürmchen-Experiment" machen und den rosaroten Elefanten gewinnträchtig vermarkten, muss dazu aber allerlei Schwierigkeiten überwinden.

Warum gefällt mir das Buch

Bockholt_Karl

Das Buch blickt mit menschlicher Wärme auf das Thema Genforschung und Gentechnik und hat dafür ein raffiniertes Konzept. Der ahnungslose Obdachlose findet mithilfe des wundersamen Geschöpfs zurück in eine neue Welt. Der makabre Genforscher arbeitet mit einem chinesischen Konzern an seinem Ziel der weltweiten Vermarktung an reiche Kundschaft. Der fernöstliche Elefantenkenner hat ein besonderes Händchen für das Rüsseltier, verlässt den Zirkus und kehrt in die Heimat zurück.

Mit dem Wissen, dass die Gentechnik ein komplexes Minenfeld ist, spricht der Autor moralische Fragen an, auch wenn er in erster Linie unterhalten will. Auf jeden Fall wollte ich immer wissen, wie's weitergeht.

Warum lege ich das Buch unter den Baum?

Das Thema Gentechnik spielt für die Landwirtschaft in Zukunft eine immer größere Rolle. Grüne Gentechnik in der modernen Pflanzenzüchtung wird in der Öffentlichkeit jedoch schnell abgelehnt, als unnötig empfunden und ist negativ besetzt. Rote Gentechnik dagegen, die sich mit den Segnungen der Medizin beschäftigt, wird selbstverständlicher akzeptiert und ist positiver besetzt. Der Autor reduziert das komplexe Thema auf plakative Aspekte. Auch heikle Fragen bleiben nicht aussen vor.

So weitet das Buch den Blick auf das Thema. Der Autor hat sich mit den Chancen und Gefahren der Gentechnik beschäftigt. Er erzählt dazu eine wohlstandskritische Geschichte und gibt ganz nebenbei einen Blick in die Wildtierforschung oder in die künstliche Befruchtung. Und berührt dabei jeden Leser - egal, welche Ansichten er zur Gentechnik hat.

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