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Wirtschaft

Agrarindustrie trifft sich zum Afrika-Gipfel

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Katharina Krenn, agrarheute
am
22.01.2013

Berlin - Das Wettrennen um Afrikas Landwirtschaft hat längst begonnen. Die großen Agrarkonzerne trafen sich jetzt zum ACGO Afrika-Gipfel, um ihre Zukunft auf dem Kontinent zu diskutieren.

Schätzungsweise über 60 Prozent der weltweit ungenutzten Ackerfläche befindet sich in Afrika. Im Hinblick auf die weltweite Verknappung von Agrarland und die steigende Lebensmittelnachfrage birgt der Kontinent viel Potential. Das haben auch die großen Agrarunternehmen erkannt - jeder will ein Stück vom Kuchen. Landtechnikhersteller wie ACGO und John Deere, Saatgut- und Pflanzenschutzkonzerne wie Syngenta und Bayer CropScience investieren daher massiv in Afrika. Angesichts dessen veranstaltete ACGO zum zweiten Mal einen Afrika-Gipfel, auf dem sich CEOs, Industrieexperten und Politiker trafen, um Ideen für Afrikas Landwirtschaft und nachhaltige Investments zu entwickeln.
 
"Es gibt große Landstriche in ganz Afrika mit gutem Boden und vorteilhaftem Klima, die sich exzellent für Landwirtschaft eignen, aber nicht genutzt werden", erläuterte AGCO-Präsident Martin Richenhagen. Afrikanische Bauern benötigten modernere, mechanisierte Anbaumethoden, um ihr Produktionslevel zu steigern. Bayer CropScience verkündete auf dem Gipfel, dass der Konzern demnächst in acht weiteren afrikanischen Ländern eigene Gesellschaften gründen werde.

ACGO baut Präsenz aus

Im vergangenen Jahr brachte der Landtechnikkonzern AGCO bereits eine Reihe von strategischen Projekten auf den Weg, um seine Präsenz in Afrika auszubauen. AGCO eröffnete ein Global Learning Center und eine Modellfarm in Sambia, die einheimischen Bauern und Vertriebspartnern den Umgang mit moderner landwirtschaftliche Technologien vermitteln soll. In Südafrika eröffnete AGCO ein Regionalbüro in Kapstadt und errichtete ein neues Teilelager in Johannesburg, um Kunden in der Subsahara-Region leichter zu beliefern. In Algerien gründete AGCO mit lokalen Partnern ein Joint Venture, das Traktoren der Marke Massey Ferguson für den afrikanischen Markt baut. Die Produktion lief im vergangenen Monat an. Gleichzeitig arbeitet AGCO an weiteren Projekten, um den Vertrieb in West- und Ostafrika auszubauen.

Bayer CropScience entwickelt Saatgut für Afrika

Auch Bayer CropScience verkündete seine Präsenz auf dem afrikanischen Kontinent massiv auszubauen. "Der mangelnde Zugang der Landwirte zu Dünger, Qualitätssaatgut, Pflanzenschutzlösungen oder Maschinen beeinträchtigt die landwirtschaftliche Produktion", erklärte Christian Asboth, bei Bayer CropScience verantwortlich für Afrika, Nahost und die GUS-Staaten. Bayer CropScience passe daher sein Angebot an die Bedürfnisse afrikanischer Bauern an. Dazu zählten integrierte Lösungen für Anbaukulturen auf Basis verbesserter Saatgutsorten und moderner Pflanzenschutztechnologien sowie Schulungen in landwirtschaftlicher Praxis. "Wir verfügen über eine hervorragende Saatguttechnologie in verschiedenen Anbaukulturen wie Gemüse, Baumwolle und Hybridreis", fügte Asboth hinzu. Bayer CropScience setze zudem darauf, die landwirtschaftliche Produktivität durch Partnerschaften entlang der gesamten Lebensmittelkette vom Saatgut bis zum Konsumenten zu verbessern.
 

Afrika-Gipfel ist eine Gemeinschaftsinitiative

Der AGCO Africa Summit ist eine Gemeinschaftsinitiative von AGCO, Bayer CropScience, der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) und der Rabobank. Zu den Gastrednern gehörten Prof. Dr. Horst Köhler (früherer Bundespräsident), John Agyekum Kufuor (früherer Präsident der Republik Ghana) und Olusegun Obasanjo (früherer Präsident von Nigeria). Der Gipfel fand zum zweiten Mal statt.
 

5. Agrarministergipfel: Das Geld ist da, der Fluss fließt falsch

 
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