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Politik national

Agrarministerkonferenz: Grüne Minister setzen auf Marktanalyse

von , am
01.10.2015

Sieben Grüne Agrarminister haben sich auf einen gemeinsamen Beschluss geeinigt. Sie setzen auf eine Verbesserung der EU-Marktbeobachtungsstelle und staatliche Liquiditätsdarlehen in Krisenfällen.

Die Aussichten, die Superabgabe durch den Einspruch wieder zu bekommen, sind ungewiss. © Mühlhausen/landpixel
In Fulda hat gestern die Agrarministerkonferenz (AMK) unter dem Vorsitz des Landes Hessen begonnen. Die vom Land Hessen eingebrachten Beschlussvorschläge gehen unter anderem auf die aktuellen Missstände am Milchmarkt ein. Hier fordert Hessen zusammen mit sechs weiteren Ländern - die ebenfalls Grüne-Agrarminster haben -eine nachhaltige Verbesserung für die Milchviehbetriebe.
 
Ein weiterer Beschlussvorschlag Hessens befasst sich mit der Bekämpfung der europaweit zunehmenden Verbreitung der Varroamilbe, welche die Bestände der Honigbienen stark gefährdet. Auch aus Bayern wurden bereits im Vorfeld der Agrarministerkonferenz Forderungen geäußert.

Milchpreisprognose soll Überproduktion verhindern

In Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein hat das Land Hessen einen Beschlussvorschlag zur Sicherung der bäuerlichen Milchviehhaltung erarbeitet.
 
Die niedrigen Milchpreise resultieren aus einem Überangebot auf dem Milchmarkt. Um die Produktion mit der Nachfrage in Einklang zu bringen, sollten in einem ersten Schritt funktionierende und auf die Situation abgestimmte Instrumente auf EU-Ebene für eine effektive und effiziente Mengenreduzierung im Krisenfall sorgen. Hessen setzt sich auch für eine Verbesserung der EU-Marktbeobachtungsstelle ein: "Die Landwirte brauchen einen Überblick, damit sie wissen, wie viel Milch produziert werden kann. Dafür brauchen wir ein Instrument, das auf wissenschaftlicher Grundlage eine Prognose für den Milchpreis entwickelt und so eine Überproduktion rechtzeitig erkennt und hilft zu verhindern", so Tappeser. Außerdem sollen in Marktkrisen staatliche Liquiditätsdarlehen für die Milchviehhalter bereitgestellt werden. So können befristete finanzielle Engpässe wirksam überbrückt werden.
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